Authentisch

Was geht im Mittelalter?
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Meister Pigeldi
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Authentisch

Beitrag von Meister Pigeldi » 01.02.2008, 23:29

An einigen Stellen hier im Forum taucht hier und da mal das Wort authentisch auf...

Klar jeder versucht so genau wie möglich seine "Rolle" darzustellen.
Aber ich denke viele basieren sich auf "Kladden"
die "irgend jemand" irgend wann gekritzelt hat...

Ich denke die beste Form authentisch zu sein ist: sich so zu zeigen wie man glaubt es hätte sein können...

:?: Oder darf man als Mittelalterlicher Mensch keine Glatze tragen:?
Wenn das der Fall ist, dann muss ich mir wohl nen Job suchen in dem ich ne Löwenmähne tragen kann ohne Risiken zu befürchten...

:!: Nein, die Glatze zeugt nicht von rechtem denken :!:

:arrow: Dies soll nun auch nicht der Aufruf zu einem Gemätzel untereinander sein :!:



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Norbert von Thule
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Beitrag von Norbert von Thule » 02.02.2008, 18:09

Natürlich muss die A-Wort-Diskussion vom letzten Jahr den fortschreitenden wissenschaftlichen Entdeckungen und Erkenntnissen angemessen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden. Zur Einigung auf eine gemeinsame Terminologie und Begrifflichkeit in der Diskussion empfehle ich die Orientierung am Lexikon des Grobmittelalters.

Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 02.02.2008, 18:30

Durfe während der Silvesterfeier bei euch zugegen sein und habe meinen Blick einwenig schweifen lassen.
Mit der Autentizität nehmt ihr es eh nicht so genau!
Dort war ein Samelsurium aus verschiedenen Zeitaltern und Stilrichtungen,an einzelnen Leuten,zu bewundern.
Aber ich denke so etwas muß jeder mit sich selber ausmachen!
Die Hauptsache ist man ist mit Freude dabei und es macht einfach Spaß!
Wir leben hald im 21.Jahrhundert und da reicht es doch,so denke ich wenn man recht dicht dran ist am Geschen,ohne es zu übertreiben.
Habe schon 150% Gruppen kennen gelernt,die selber von Hand genähte Leinenzelte hatten und auf Strohsäcken schliefen,aber ich denke damit ist dann die Grenze überschritten.
Die Sache soll Spaß machen und nicht zur Qual werden,nur um "A" zu sein!
GlG Wolfgang
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Jocke
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Beitrag von Jocke » 03.02.2008, 00:20

Ich Zitiere einen Freund von mir aus dem LARP Wiki
Es gibt keine Authentizität in der Darstellung historischer Dinge. Niemand kann beurteilen, ob etwas authentisch ist oder nicht - jeder seriöse Historiker oder Archäologe weist ständig daraufhin, dass es nur eine Annäherung an das Tatsächliche geben kann. Selbst Fundstücke einer bestimmten Periode oder Epoche bieten nur ein winziges Schlaglicht auf die Tatsachen, und sind in ihrer geringen Zahl alles andere als statistisch repräsentativ. Historisch orientierte Liverollenspieler oder Reenactor mit einem Absolutheitsanspruch bräuchten ersteinmal eine absolute Kenntnis, bevor sie diesen für sich und andere reklamieren könnten. Da nicht einmal Menschen, die sich ihr ganzes Leben professionel mit diesen Dingen beschäftigt haben und auf ihrem Gebiet zu den Herausragendsten gehören, eine absolute historische Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, sollten auch Dilletanten in dieser Hinsicht kleinere Brötchen backen. - DanielJungblut, 02.02.2008
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Meister Pigeldi
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Beitrag von Meister Pigeldi » 05.02.2008, 17:09

@ Admins, habe mir die Diskussion aufrecht durchgelesen und danke für den Hinweis zu dieser.

Habe sie vorher leider nicht gesehen (war zu dem Zeitpunkt noch nicht aktiv)

Für mich kann die von mir veröffentlichte auch geschlossen werden.
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Nicole
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Tja - Monolog

Beitrag von Nicole » 19.04.2008, 03:55

:au Gelegentlich verirren sich Nicht-Authentiker zu [url]http://www.tempus-vivit.net[/url], wohl wahr. Am einfachsten ist es, konkrete Fragen dort die Suchfunktion unten links zu bemühen oder nach Thementiteln zu suchen und dort quer zu lesen.

"Es gibt keine Authentizität in der Darstellung historischer Dinge. Niemand kann beurteilen, ob etwas authentisch ist oder nicht - jeder seriöse Historiker oder Archäologe weist ständig daraufhin, dass es nur eine Annäherung an das Tatsächliche geben kann."
Stimmt. Das ist jeoch keine Begründung für nicht-Recherche. Alle wären einverstanden, dass es keinen Sinn macht, beim Bismarck-Reenactment einen Gothic auflaufen zu lassen. Beim Mittelalter sind die Teilnehmer grosszügiger, scheint es. Es gibt einen Unterschied zwischen "Geschichtsnah interpretiert" (GNI) und völlig neben der Kappe.
Es gibt genug Bildquellen, Schriftquellen, Funde, um dichter ans Original zu kommen. Ungefähr 30 Schuhmodelle und die billigsten davon kosten im Nachbau um die 50 Euronen (Schuhe Pohen). Dass einige Larper besseres Reenactment machen als eine Reihe Reenacter, wird selbst in dem entsprechenden Umfeld anerkannt.

Nur einige relevante Bilderbücher:
Teppich von Bayeux (Frankreich, Normandie, 1066)
Hortus deliciarum (Landshut, 1180)
De arte venandi cum avibus (Italien, Friederich ca 1240)
Kreuzfahrerbibel und Ludwigspsalter (Frankreich, Paris, um 1250)
I.33 - das älteste erhaltenen Schwertkampfbuch, Einhänder und Buckler, sogar mit Frau (Würzburg, 1295)
Codex Manesse ("Deutschland", 1320)
Lutrell Psalter (GB, 1320-1340)
google-Bildersuche
Sachfunde: London- und Schleswigfunde. Und online-Schnitte
[url]http://www.forest.gen.nz/Medieval/articles/garments/[/url].

"Selbst Fundstücke einer bestimmten Periode oder Epoche bieten nur ein winziges Schlaglicht auf die Tatsachen, und sind in ihrer geringen Zahl alles andere als statistisch repräsentativ."
Ja, aber sie zu ignorieren wäre wohl Unsinn. Bundschuhe gab's bei den Keltekens und Germanen, für die Epochen hat man sie gefunden; mit Bundschuhen ist seit den Franken Ende, also nicht mehr seit dem Frühmittelalter. Sie wurden im HoMi nie gefunden, wohl aber zahlreiche andere Modelle und dann ist die Frage, ob man die eventuelle Ausnahme oder die anzunehmende Regel darstellen will. Die Energie, die man in die Herstellung eines entsprechenden Bundschuhs steckt ist nicht wirklich geringer als die, die zur Herstellung eines "richtigeren" Paars Schuhe erforderlich ist. Bei manchem im Look-a-like ist echt die Frage, warum man nicht gleich die GNI Variante nimmt. Das nennt man fehlende Info oder "Belegresistenz". Es gibt auch belegte Brötchen, kein Thema.

"Historisch orientierte Liverollenspieler oder Reenactor mit einem Absolutheitsanspruch bräuchten ersteinmal eine absolute Kenntnis, bevor sie diesen für sich und andere reklamieren könnten. Da nicht einmal Menschen, die sich ihr ganzes Leben professionel mit diesen Dingen beschäftigt haben und auf ihrem Gebiet zu den Herausragendsten gehören, eine absolute historische Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, sollten auch Dilletanten in dieser Hinsicht kleinere Brötchen backen. - DanielJungblut, 02.02.2008"
Ein paar von den Dilletanten haben einen skythischen "Kultgegenstand" entknotet und siehe da, es war ein Recurve-Bogen. Anekdoten, die das Leben schrieb.

Ich kenne ein paar A-PÁ¢pste. Sie reden mit mir. Sie sind durchaus selbstironisch, entgegen aller Gerüchte haben sie Spass und trinken anderes als Kaffee. Sie haben nur im Laufe der Zeit eine gewisse Allergie gegen ein Selbstbedienungsverhalten entwickelt ("Gib mir die Informationen, die ich brauche, um meine Ausnahmesituation in der Mittelalterrolle zu rechtfertigen, die ich mir zusammengebaut habe").

Was spricht gegen das Schlafen auf Stroh? Es ist nett und ein Erlebnis an sich. Bestimmte Handnahttechniken gehen superschnell und lassen sich nebenbei durchziehen. Ist es denn besser, wie mehrfach erlebt, dass mitten im Touriverkehr ein paar der aktiven Teilnehmer mit Vollplattenpanzer, aber Sonnenbrille herumlaufen? Mitten zur Besuchszeit aus dem Zelt eindeutig das Geräusch zu hören war, mit dem eine Luftmatratze aufgepumpt wurde? Was hat das denn bitte auch nur ansatzweise mit Mittelalter zu tun? Irgendwelche Mädels mit Kettenhemd, nix drunter als Unterwäsche (Jetztzeit, hellblau), linke Hand Kippe und Flasche Bier und rechte Hand Schwert, neben nem Kinderlager? Später Nachmittag?

Hobby schützt halt vor Lesen nicht. Hier in dem Forum suchen viele nach Informationen. Die wenigsten werden jemanden für eine unpassende Haarlänge rund machen, so lange der Rest ansatzweise stimmt. Dass man jedoch in die mittelalterlicher Bundhaube (ja, Deppenkäppi genannt, wahlweise wird der Träger als Haubentaucher tituliert) ein Loch einbaut, damit der Pferdeschwanz besser durchpasst, geht halt nicht. Das ist dann zwar praktisch, aber der vermeidbare Tick zuviel.

Gute Nacht
Nicole

:kngt

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Jocke
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Re: Tja - Monolog

Beitrag von Jocke » 19.04.2008, 14:02

Nicole hat geschrieben: "Es gibt keine Authentizität in der Darstellung historischer Dinge. Niemand kann beurteilen, ob etwas authentisch ist oder nicht - jeder seriöse Historiker oder Archäologe weist ständig daraufhin, dass es nur eine Annäherung an das Tatsächliche geben kann."
Stimmt. Das ist jeoch keine Begründung für nicht-Recherche.
Wo wird den Damit Begründet "Nicht Recherche" zu betreiben? Gerade in meinem Bekanntenkreis, und auch vom Zitatverfasser wird sehr starke recherche betrieben, ergo verstehe ich nicht, wieso hier "Nicht Recherche" Unterstellt wird.
Nicole hat geschrieben:Dass einige Larper besseres Reenactment machen als eine Reihe Reenacter, wird selbst in dem entsprechenden Umfeld anerkannt.


Ist das so? Ich kenne zwar einige LARPer die recht geniales Living Historie Betreiben, aber Reenacter sind mir im LARP eigentlich noch keine Untergekommen, ich will ja so langsam auch in die Living Historie schiene gehen, aber für Mittelaltermärkte halten meine Klamotten noch lange hin.

"Selbst Fundstücke einer bestimmten Periode oder Epoche bieten nur ein winziges Schlaglicht auf die Tatsachen, und sind in ihrer geringen Zahl alles andere als statistisch repräsentativ."
Ja, aber sie zu ignorieren wäre wohl Unsinn.
Wird das irgendwo Ignoriert? Es geht doch eigentlich nur um den Anspruch "Authentisch" zu sein. Ich denke du interpretierst hier eine ganz andere Ansicht hinein
"Historisch orientierte Liverollenspieler oder Reenactor mit einem Absolutheitsanspruch bräuchten ersteinmal eine absolute Kenntnis, bevor sie diesen für sich und andere reklamieren könnten. Da nicht einmal Menschen, die sich ihr ganzes Leben professionel mit diesen Dingen beschäftigt haben und auf ihrem Gebiet zu den Herausragendsten gehören, eine absolute historische Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, sollten auch Dilletanten in dieser Hinsicht kleinere Brötchen backen. - DanielJungblut, 02.02.2008"
Ein paar von den Dilletanten haben einen skythischen "Kultgegenstand" entknotet und siehe da, es war ein Recurve-Bogen. Anekdoten, die das Leben schrieb.
Nett...
Was spricht gegen das Schlafen auf Stroh? Es ist nett und ein Erlebnis an sich. Bestimmte Handnahttechniken gehen superschnell und lassen sich nebenbei durchziehen. Ist es denn besser, wie mehrfach erlebt, dass mitten im Touriverkehr ein paar der aktiven Teilnehmer mit Vollplattenpanzer, aber Sonnenbrille herumlaufen? Mitten zur Besuchszeit aus dem Zelt eindeutig das Geräusch zu hören war, mit dem eine Luftmatratze aufgepumpt wurde? Was hat das denn bitte auch nur ansatzweise mit Mittelalter zu tun? Irgendwelche Mädels mit Kettenhemd, nix drunter als Unterwäsche (Jetztzeit, hellblau), linke Hand Kippe und Flasche Bier und rechte Hand Schwert, neben nem Kinderlager? Später Nachmittag?
Ich kann deinen Unmut verstehen, gibt es leider viel zu häufig... Würde es da jetzt aber um den "Authentischen" Anspruch drehen (Also z.B. der Sonnenbrillen tragende Vollplattenritter der sich gerade mit einem Kran aufs Pferd heben lässt würde behaupten "Das ist Authentisch") würde es zum Thema passen. Jeder der sich mit dem Hobby Mittelalter beschäftigt weiß, das Märkte nicht Authentisch sind, es ist immer noch eine Touri veranstaltung, wie es sich die Touristen Vorstellen. Wer es nahezu Historisch Korrekt haben will geht nach England zur Schlacht von Hastings oder zur Landshuter Hochzeit

Wie gesagt, es geht hier nur darum, das niemand sagen kann er sei "Authentisch", wer das von sich behauptet Lügt schlicht und ergreifend. Schon alleine Authentisch Gewebter Stoff ist so gut wie unbezahlbar, und wer sowas dann noch zerschneidet und zu Gewandung verarbeitet gehört eh geschlagen :wink:

Können leute nicht einfach behaupten sie seien nahezu am Historischen Fund angelehnt? Is zwar länger als "Authentisch", aber weniger falsch.

Aber das Thema "Mühe geben" steht hier nicht zur debatte ;)

MfG
der Jocke *gibt sich Mühe so nah wie es geht an eine Darstellung eines Isländers um 900 n.Ch. ranzukommen*
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TheodorvomTal
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Re: Tja - Monolog

Beitrag von TheodorvomTal » 20.04.2008, 08:47

Nicole hat geschrieben:
Nur einige relevante Bilderbücher:
Teppich von Bayeux (Frankreich, Normandie, 1066)
Kreuzfahrerbibel und Ludwigspsalter (Frankreich, Paris, um 1250)
I.33 - das älteste erhaltenen Schwertkampfbuch, Einhänder und Buckler, sogar mit Frau (Würzburg, 1295)
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FALSCH !!
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Beitrag von Tanzmeister Denesius » 21.04.2008, 10:23

Es kommt immer darauf an, welchen Anspruch man sich selber setzt.

Ich kann es nachvollziehen wenn sich jemandem die Zehennägel hochrollen, wenn man die Platte mit der Sonnenbrille und ähnliche Dinge beobachten kann - sowas "begeistert" mich auch immer ungemein..

Aber was zum Beispiel im Zelt passiert, ob da jemand auf dem nackten Boden schläft, auf Stroh, oder auf deiner Luftmatraze ist in meinen Augen jedem selber überlassen.

Wer z.B. Rückenprobleme oder allergien hat und sich der orginalgetreuen Darstellung dann doch lieber seine Gesundheit hinten anstellt um im Stroh zu schlafen ist nicht authentisch, sondern ein Depp ;-)

Jeder sollte die Freiheit genießen dürfen, sein Hobby so intensiv zu leben wie er das für richtig hält.

Ich find es toll wenn jemand versucht orginalgetreu etwas darzustellen und ich gehöre selber zu den Leuten die das so in diesem Rahmen praktiziern.

Auch kann ich nicht verstehen, warum sich teilweise auch so über einzelne Kleidungsstücke aufgeregt wird, wenn es nicht grade die Pannesamt und Springerstiefelarmee ist, die die das ganze nur als lockeres Camping mit Grillen ansieht bei der man mal schön dabei einen Saufen kann (Damals wars ja deftig und zünftig, da war es gang und gebe sich mal gehen zu lassen :roll: )

Vielleicht war das ein oder andere Kleidungsstück nicht mehr gängig, aber genauso wie heute noch Leute mit nem Trabbi oder ner Ente rumfahren, haben die Leute damals vielleicht noch veraltete Mode getragen.. Der Mittellose Ritter hat vielleicht auch noch den Helm von seinem Opa aufgetragen, obwohl ja mittlwerweile schon lange der Brillenhelm gängig war und ein Nasalhelm nur noch alter Mist war.

Sicherlich haben solche Leute nicht das recht, sich dann als vollkommen authentisch zu bezeichnen, aber meines Wissens machen das eh die wenigen.

Ich glaube auch viele Neulinge trauen sich auch nicht zu fragen weil sie befürchten, entweder nicht ernst genommen zu werden oder das ihnen jemand den großen allmächtigen Lehrmeister machen will.
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Beitrag von Aylin » 21.04.2008, 12:05

Ich find, man sollte einfach so sein wie man ist, nicht in seiner unter gehen und vorallem was wichtig ist spass haben.
Und ganz wichtig tolerant sein
Ohne toleranz kommt man im leben net weiter
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Yoschi
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Beitrag von Yoschi » 21.04.2008, 12:12

Hat schonmal jemand von euch authentischen Regen gesehen?
Wenn man was authentisches bekommt, gut, wenn nicht, auch gut, solange es gut aussieht und einigermaßen passt.
Ohne Hoffnung zu Leben ist auch eine Art zu Sterben.

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Hagen
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Beitrag von Hagen » 21.04.2008, 12:24

Aylin hat geschrieben:Ich find, man sollte einfach so sein wie man ist [...]
wobei es ja vielfach darum geht, eben nicht man selbst zu sein, sondern eine andere, zumeist historisch inspirierte Person darzustellen.
I beat the Sword Master™!

Und die Fugen aus den Wänden zu spritzen ist keine fachgerechte Restauration!

Bitte immer auch unter Eynetalk nach meinen Beiträgen suchen. Da werden alle unliebsamen hin verschoben.... :-)

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Beitrag von Aylin » 21.04.2008, 12:28

ja Hagen dennoch sollte man nicht sich zu sehr in diese person vertiefen ;) nacher findet man nicht mehr raus.
Eure Knutschkugel :mrgreen:

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Beitrag von Sandra mit den Fanta 3 » 21.04.2008, 13:56

Lieber Hagen
Ich für meine Person mag ja historisch inspiriert sein wie ich will, aber ich bin und bleibe immer noch Sandra, egal wie authentisch ich nun drauf bin oder nicht. Man sollte sich nur nicht selbst in seiner Rolle vergessen.
Obwohl, wenn ich ehrlich bin, gab es da schon Momente in denen ich mich auch irgendwo vergessen habe, aber das ist jetzt ein anderes Thema
Grüßchen von mir

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Meister Pigeldi
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Beitrag von Meister Pigeldi » 21.04.2008, 15:21

Ich fand am Samstag abend die Antwort des Herrn Historiker auf meine Frage klasse...

Frage: Wie sahen denn Narren aus ?

Antwort eins : BUNT !

Antwort zwei : Wenn sie sich als einen fahrenden Narren kleiden, dann können sie alles tragen was sie "geschenkt" bekommen...

Frage: Also auch einen Wappenrock?

Antwort : Ja allerdings hätte man das Wappen entfernt.
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Martina
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Beitrag von Martina » 21.04.2008, 15:37

@ Pigeldi
Und beim geschenkten Wappenrock musst du bitte immer schön drauf achten, dass er auch bunt ist :wink:

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Bruder_Henrie
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Beitrag von Bruder_Henrie » 04.05.2008, 19:44

Ich mag das Wort a nicht, da niemand wirklich "A" darstellen kann. Authentisch würde bedeuten, wirklich die jeweilige Epoche zu leben und nicht nur darzustellen! Geschichtsnahe Interpretation halte ich für besser. Dies bedeutet, dass man die Bekleidung so genau wie möglich rekonstruiert, allerdings nicht jedes Deteil 100 pro genau nimmt.
:083"Die Templer waren Gottes erste Ritter, doch es ist noch kein Templer vom Himmel gefallen...":083

Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 06.05.2008, 11:47

So nun möchte ich meinen Senf auch nochmal dazu geben!
Hatte nun endlich mal die Gelegenheit die Beiträge in Ruhe zu lesen.
Finde es richtig toll welche Mühe sich manche Leute hier machen etwas zu dem Thema zu schreiben!
Nur denke ich ist diese Diskusion über "A" oder nicht "A" doch eher überflüssig.
Um z.B. meine Darstellung des Bauern wirklich autentisch wiederzugeben müsste ich mir Schafe halten,sie scheren und aus der Wolle meinen Stoff herstellen.
Flachs anbauen um daraus Leinen zu weben. Und so weiter und so weiter!
Das das alles nicht möglich ist dürfte jedem klar sein,also versuche ich mit den Möglichkeiten die ich habe so dicht am Geschen dran zu sein wie möglich.
Zu meinem Leidwesen muss ich dann auch noch gestehen das ich mit Bund-(schönes Wetter) und Holzschuhen(schlechtes Wetter) unterwegs bin,obwohl die für meinen Darstellungszeitraum auch nicht wirklich belegt sind!
Aber sie sind hald bequem,praktisch und zudem noch günstig.
Die meisten Touris kennen sich damit eh nicht aus und ich kann damit leben,somit macht es reichlich wenig.
Wie ich schon in meinen ersten Beitrag schrieb es muss hald jeder mit sich ausmachen wie realistisch er seine Darstellung präsentieren will.
Genauso sollte man Tolleranz andern gegenüber walten lassen,obwohl ich so Auswüchse wie "Plattenpanzer und Sonnenbrille" auch nicht mag.
Die Hauptsache ist doch das es einfach Spaß macht!
GlG Wolfgang
Der Bauer aus Gelsenkirchen.

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Stephan von Ibelin
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Beitrag von Stephan von Ibelin » 06.05.2008, 12:25

Hallo Wolfgang :-) Ich widerspreche mal in Teilbereichen, auch wenn ich grundsätzlich deiner Meinung bin:
Wolfgang hat geschrieben: Um z.B. meine Darstellung des Bauern wirklich autentisch wiederzugeben müsste ich mir Schafe halten,sie scheren und aus der Wolle meinen Stoff herstellen. Flachs anbauen um daraus Leinen zu weben. Und so weiter und so weiter!
Dazu: Bereits im frühen Mittelalter kannte man in dörflicher wie auch städtischer Gemeinschaft die "Arbeitsteilung". Der Bauer hat ja auch nicht gemahlen, kein Leder gegerbt und wahrscheinlich auch keine Zeit zum Weben gehabt. Und die Bauersfrau war wohl auch eher mit Kühe melken, der Essenszubereitung und kleineren textilen Arbeiten beschäftigt, als im großen Maße Stoffbahnen anzufertigen (Dafür gabs ja bekanntlich Webereien). Ich verweise in dem Zusammenhang nur mal an die großen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen den Engländern und den Flamen. Da hat die "präindustrielle" Tuchherstellung halbe bis ganze Kriege verursacht und das war Mittelalter!
Wolfgang hat geschrieben: Zu meinem Leidwesen muss ich dann auch noch gestehen das ich mit Bund-(schönes Wetter) und Holzschuhen(schlechtes Wetter) unterwegs bin,obwohl die für meinen Darstellungszeitraum auch nicht wirklich belegt sind! Aber sie sind hald bequem,praktisch und zudem noch günstig.
Dazu: Faule Ausrede :-) Hier gibts bequeme, saugünstige und recht authentische mittelalterliche Schuhe in korrekter Zeitstellung:
http://www.historische-schuhe.de/epages ... rrenschuhe
Wolfgang hat geschrieben: Die meisten Touris kennen sich damit eh nicht aus und ich kann damit leben,somit macht es reichlich wenig.
Dazu: Auch wenn ich alles andere, als ein A-Papst bin... Ich kann den Touris wenigstens erklären, was an mir nicht authentisch ist und ihnen sagen, wie es eher gewesen wäre. Und das tue ich auch. Ich habe schon genügend Touris kennengelernt, die gezielt Fragen stellen und auch gesundes Basiswissen haben. Sollen die sich verarscht fühlen, wenn ich als Mittelalter-Aktivist weder "A" aussehe, noch Rede und Antwort stehen kann? Die Leute zahlen immerhin Eintritt.
Wolfgang hat geschrieben: Wie ich schon in meinen ersten Beitrag schrieb es muss hald jeder mit sich ausmachen wie realistisch er seine Darstellung präsentieren will.
GlG Wolfgang
Dazu: Stimmt... Es ist ein Hobby und kein Krieg und es soll Spaß machen, aber irgendwo muß man doch eine Grenze ziehen. Die Frage ist bloß, wo? *ggg*, aber Kettenhemd und Springerstiefel sind NOGO und die Sonnenbrille hat da auch nix zu suchen.

Grüßle an den Gelsenkircher Bauern :-)
Pax vobiscum

Stephan von Ibelin, Bailli von Jerusalem, Herr von Ibelin

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Beitrag von Andreas der Wanderer » 06.05.2008, 12:38

Super Seite Herr von Ibelin!
"Man überquert die Berge nicht an einem Tag " und nein das ist KEIN Sonnenbrand!!!

"Der Liebe Gott schenkt dir die Nüsse, aber er knackt sie nicht!"
(Johann Wolfgang von Goethe)

Ich bervorzuge Margarine

Mögen die Kräuter mit dir sein!

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Stephan von Ibelin
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Beitrag von Stephan von Ibelin » 06.05.2008, 12:42

Andreas der Wanderer hat geschrieben:Super Seite Herr von Ibelin!
Wie issen das jetzt gemeint? Andreas :-)
Pax vobiscum

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Beitrag von Andreas der Wanderer » 06.05.2008, 14:33

Also sowohl eure Möbelseite als auch die mit den Stiefeln etc.
"Man überquert die Berge nicht an einem Tag " und nein das ist KEIN Sonnenbrand!!!

"Der Liebe Gott schenkt dir die Nüsse, aber er knackt sie nicht!"
(Johann Wolfgang von Goethe)

Ich bervorzuge Margarine

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Beitrag von Hagen » 07.05.2008, 11:11

die Übergänge von LARP und LH sind leider häufig serh fließend....
I beat the Sword Master™!

Und die Fugen aus den Wänden zu spritzen ist keine fachgerechte Restauration!

Bitte immer auch unter Eynetalk nach meinen Beiträgen suchen. Da werden alle unliebsamen hin verschoben.... :-)

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Beitrag von Stephan von Ibelin » 07.05.2008, 12:06

Hagen hat geschrieben:die Übergänge von LARP und LH sind leider häufig serh fließend....
Ich weiß nicht, ob ich daß so schlimm finde :-) Ich denke, es ist eine Frage, wie man LARP betreibt. Ich habe damit ja keine Erfahrung, aber so wie ich das bisher erlebt habe, gibt es da gewaltige Unterschiede. Vielleicht sollte man dem Begriff "LARP" noch jeweils irgendwas anhängen, um es unterscheidbarer zu machen, wie "Fantasy-LARP" oder "Piraten-LARP" oder was weiß ich :-)
Pax vobiscum

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Beitrag von Jocke » 07.05.2008, 13:12

LARP ist ungleich LARP
Man kann den Begriff LARP mit dem Begriff Ballsport vergleichen, ein vollausgestatteter Tennisspieler ist auf einem Fußballfeld meist fehl am Platz. So ist das im LARP auch, es gibt z.B. Reenlarpment (Ja das wurde mal so genannt :D ) da währe z.B. ein Vollausgestatteter Herr der Ringe Elf Fehl am Platz.

LARPer sind kein "Volk"... die Spielen nicht das selbe spiel :wink:

Aber es gibt durchaus LARPer die Living Historie Taugliche Ausstattung haben.

Mehr zum Thema LARP unter http://www.larpwiki.de

MfG
der LARP Jocke
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