Unsere Schlösser 18.11.08 auf RBB

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Norbert von Thule
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Unsere Schlösser 18.11.08 auf RBB

Beitrag von Norbert von Thule » 18.11.2008, 11:09

20:15 Uhr Unsere Schlösser (Zwischen Spreewald und Hohem Fläming)

Zwischen Spreewald und Hohem Fläming stand im achten und neunten Jahrhundert Schloss Lübbenau als slawische Burg, die Deutsche in Kämpfen zerstörten und ein Schloss an die Stelle setzten. 1568 kam Rochus Guerrini Graf zu Lynar als Festungsbaumeister von Frankreich nach Deutschland. 1621 kaufte Elisabeth Gräfin zu Lynar für ihren fünfjährigen Sohn Johann Siegmund das Schloss. Wilhelm Friedrich Graf zu Lynar wurde als persönlicher Adjutant des Generalfeldmarschalls Erwin von Witzleben im Juli 1944 für seine Beteiligung am Hitlerattentat hingerichtet und die Familie enteignet. Im Arbeiter- und Bauernstaat wurde 1970 der Familienfriedhof unter dem Motto "Wir tanzen auf ihren Köpfen und scheißen auf ihre Gebeine" für einen öffentlichen Festplatz plattgewalzt. Nach dem Fall der Mauer beantragten Guido und Christian Lynar 1989 Restitution des Familienbesitzes und kehrten 1992 zurück, um daraus ein 4-Sterne Hotel zu machen.

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Bilder, oben: Renaissance-Look (links), Klassizistischer Look (rechts), unten: Ahnherr (links), Familienwappen (Mitte), Hotelzimmer (rechts)

Schloss Sallgast wurde im 12. Jahrhundert als Wasserburg errichtet, die ersten bekannten Besitzer waren 1291 die Brüder von Drauschkowitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es erfolglos von schwedischen Truppen belagert. Danach erfolgte der Umbau zu einem vierflügeligen Schloss. 1911 bis 1912 wurde es von Bodo Ebhardt restauriert. Seit Kriegsende war es Flüchtlingsheim, Arbeitererholungsheim, Handelsschule, Jugendwerkhof, und Wohnungswirtschaftsbetrieb. 1989 sollte es zusammen mit dem Dorf dem Braunkohlentagebau geopfert werden, nach der deutschen Wiedervereinigung 1990, nicht mehr, die Gemeinde Fürstlich Drehna beantragte die Übertragung in kommunales Eigentum, dass sie 1995 für eine Mark an die Brandenburgische Schlösser GmbH veräußerte. 2007 kamen die historische Schweizer Bleiverglasungen aus dem Mittelalter, die Mitte der 70ger Jahre ausgelagert wurden, zurück. Heute ist das Schloss ein Restaurant in dem Koch Jürgen Paulisch als Burgherr zu Ritterabenden in altertümlichen Gewändern einlädt.

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Bilder, links: Südturm, Mitte: Tor- und Parkflügel, rechts oben: mittelalterliche Bleiverglasung, rechts unten: Speisekarte

Die erste Erwähnung von Schloss Wiesenburg datiert aus dem Jahre 1161 in einem Schreiben des Bischofs Willmar von Brandenburg an den Propst Vigbert. Der sächsische Kurfürst Friedrich II. belehnte 1456 Friedrich Brand von Lindau mit dem Schloss und dem "Städlein" Wiesenburg. Vor dem Dreißigjährigen Krieg wollte Kurfürst Johann Georg I. dem Besitzer Benno Friedrich Brand von Lindau "der Reiche" , die Wälder der Brandtsheide abzukaufen, konnte den Preis (pro Baum ein Ei) aber nicht bezahlen. Im 18. Jahrhundert war der königlich-sächsische Steuereinnehmer des Kurkreises Adam Friedrich August von Watzdorf Besitzer des Schlosses. 1864 wurde es grundrestauriert. Von 1945 bis 1992 beherbergte es ein Internat. 1996 erwarb Arne Ahlert das Schloss um es mit seinem Sohn in moderne Wohnungen umzubauen, die man kaufen kann, um mit der "Castle-Community" "wie am Hofe und wie in einer Familie" zu leben und miteinander in verschiedenen Gemeinschaftsräumen (Rittersaal, Kaminzimmer u.a.) zu feiern.

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Bild: Immobilie (links), Preisliste (rechts)

Jolande
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Beitrag von Jolande » 19.11.2008, 16:36

weil meine Mutter aus der Lausitz stammt. Auf der Wiesenburg würd ich auch gern wohnen wollen - allerdings nicht eigentümlich, sondern eher zur Miete. Weil - siehe Preisliste...

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