Die Wanderhure

Was läuft in Film und Fernsehen?
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Annette von Schwerzfeld
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Annette von Schwerzfeld » 20.09.2010, 16:55

Zum Glück steht es ja jedem frei, selbst zu entscheiden, was man sehen möchte oder nicht. Schade, dass so etwas dann die beste Sendezeit blockiert. Aber es gibt ja noch genügend andere Sender...
Schreibe es in den Sand, wenn dich jemand verletzt. Meißle es in Stein, wenn jemand gut zu dir ist.

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Norbert von Thule
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Norbert von Thule » 21.09.2010, 23:33

Schock-Rolle als Wanderhure

Bild
Bild-Originalname: "babf08c3eyecatcher.jpg"

Schauspielerin Alexandra Neldel (34) hat gerade ihre bisher härtesten Dreharbeiten erlebt. In ihrer Schock-Rolle als "Wanderhure" wird sie im Film vergewaltigt und ausgepeitscht.
Die Peitsche saust auf ihren Rücken nieder. Die Haut platzt auf, die Frau schreit vor Schmerzen. Und das ist nicht gespielt, denn die schützende Rückenprothese half nicht. "Das tat weh", erinnert sich Alexandra Neldel an ihre härtesten Dreharbeiten. Die 34-Jährige spielt die Hauptrolle im TV-Schocker "Die Wanderhure" (5. Oktober auf Sat.1).
”¨”¨"Alexandra Neldel hat die Marie von der ersten bis zur letzten Minute mit Leben erfüllt", schwärmt das Kölner Autorenpaar Iny Klocke und Elmar Wolrath über die Verfilmung ihres Bestsellers. Die bewegende Geschichte einer Tochter aus gutem Hause, die gegen ihren Willen zur Prostituierten wird und in den Wirren des Mittelalters für Liebe und Gerechtigkeit kämpft.
”¨”¨Harter Tobak zur besten Sendezeit - inklusive einer Vergewaltigung. "Bei der Vergewaltigungsszene im Kerker musste ein Lichtdouble für mich einspringen, weil mir sofort die Tränen kamen. Die Vorstellung einer Vergewaltigung empfinde ich so erniedrigend und schrecklich, dass ich die Szene nicht oft spielen konnte", so die 34-Jährige. Mit den Nacktszenen habe sie hingegen keine Probleme gehabt: "Niemand würde uns sonst einen Film über eine Hure abnehmen."
(Quelle: Hamburger Morgenpost)


Montrose
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Montrose » 27.09.2010, 19:31

Es existieren noch drei Fortsetzungsromane zur 'Wanderhure'. Könnten Sie sich vorstellen, die Rolle noch einmal zu spielen?
Alexandra Neldel: Absolut. Wir scharren schon alle mit den Hufen und hoffen, dass es nach dieser ersten Verfilmung weitergeht.
Supi. Die Fortsetzung heißt dann 'Die Wanderstute'.

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Norbert von Thule
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Norbert von Thule » 06.10.2010, 17:08

Die Kastellanin
Die [url=http://www.op-online.de/nachrichten/kultur/fernsehen/die-wanderhure-traumquote-sat1-948738.html]Deutsche Presse Agentur[/url] hat geschrieben:Der Marktanteil unter den für Sat.1 wichtigen 14- bis 49-jährigen Zuschauern betrug 32,4 Prozent. Damit entpuppte sich “Die Wanderhure“ als stärkster eigenproduzierter, einteiliger Film in der Geschichte des Senders. ... Der Sender sei in Gesprächen mit dem Autorenduo Ingrid Klocke und Elmar Wohlrath, das sich Iny Lorentz nennt, über eine Verfilmung der literarischen Fortsetzung, "Die Kastellanin", sagte eine Sendersprecherin am Mittwoch auf Anfrage.

Montrose
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Montrose » 06.10.2010, 18:02

Was ist denn das für eine schlappe Berichterstattung! Handeln denn die Menschen heute nur noch für die Statistik: wie oft, wie groß, wie lang? :roll: Für diesen Zweck muß man doch keine langen Historienschinken abdrehen. Ein zweiminütiges Live-Video von unterm Rock von Paris Hilton bringt den gleichen Erfolg.

Und dann immer gleich zum nächsten Kapitel übergehen -die Kastanin, Untertitel: Lebensbeichte einer Rittersfrau mit kleiner Oberweite- , ohne das Vergangene überhaupt schon verdaut zu haben. Die typisch deutsche Existenzflucht eben ... meine Güte, was könntet Ihr nicht alles von den Franzosen lernen, Ihr komischen Zottelgermanen.

Ich erwarte hier einen eigenständig verfassten Erfahrungsbericht! :x Da ich keinen Fernseher habe, konnte ich das Werk nicht selbst sehen. Also, wie war der Film?

Die Handlung kapiere ich trotz etlicher Beschreibungen immer noch nicht. Eine junge Frau verweigert sich dem ihr Anverlobten und wird für dieses boshafte Verhalten bestraft. Was soll denn daran besonders aufregend sein? Ich hab das mit meinem Kumpel Süleyman besprochen, und der hat's auch nicht verstanden. :|

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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von ElBöschidente » 06.10.2010, 19:04

Bei den meisten filmen ist es so dass sie nicht so gut sind wie das buch, viele enttäuschen die erwartungen der leser, aber dieser film hat ein neues limit gesetzt, noch nie sind meine erwartungen so stark enttäuscht worden, und ich habe schon scheiße wie den letzten robin hood, 1,5 ritter und die schwerter des königs gesehen...ich hab den film nur zur hälfte gesehen aber was ich gesehen habe wich vom buch derart ab, alleine die schauspielerwahl, die dialoge, vor allem der schluss war dermaßen gekürzt und vom buch abweichend. eine billige sat.1 produktion halt.eigentlich fehlt das ende...
Im Buch macht das sehr wohl einen Sinn wie Marie zur Hure wurde...
ich denke wenn man da nen 3 teiler mit den mitteln wie hier der ringe draus machen würde würde eben jener von der geschichte übertroffen werden, (den 3. hab ich noch nicht gelesen)...naja, der film hatte wirklich nicht viel vom buch
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Larimar von Feenstein
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Larimar von Feenstein » 06.10.2010, 20:52

Ist es nicht so, dass man, wenn man keinen Fernseher hat, viel liest?
Da Ihr, Montrose, Euch in mittelalterlichen Gefilden wohl fühlt, kann man doch davon ausgehen, dass Ihr auch solche Bücher lest.

Böschen hat recht, diese Verfilmung hätte man sich schenken können.
Wer das Buch nicht gelesen hat, ist absolut davon überzeugt, dass Marie sich mit Michel verlustiert und die Strafe verdient hat. Wie sie schon vor der Vergewaltigung gelitten hat ist überhaupt nicht berücksichtigt. Wie die Wanderhuren viele Gefahren durchleben, wer auf der Wanderung stirbt usw. - nix davon im Film.
Dann, liebe Filmemacher, lieber die Finger von lassen.
Licht und Liebe
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von bruder rolf » 06.10.2010, 21:14

ähm ..motrose...schaue doch über internet...geht bestens :? :?
Marshall der Templer Komthurey Gut Hebscheid

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ElBöschidente
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von ElBöschidente » 06.10.2010, 22:32

aha, dieser dämliche sat.1 regisseur hat ein teures rennpferd, ratet mal wer ihm freitag ne unmissverständliche nachricht ans bett bringen wird dass er sich das lieber hätte schenken sollen und besser den 2. nicht anfasst!?
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Montrose » 07.10.2010, 13:46

Das Rennpferd.

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Norbert von Thule
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Re: Die Wanderhure 05.10.10 Sat 1

Beitrag von Norbert von Thule » 08.11.2010, 15:13

Heute im Spiegel:
Markus Verbeet hat geschrieben:
Historien-Hype: Wanderhuren schmiegen wieder

Düstere Jahrhunderte voller Ritter, Päpste, Burgfräuleins: Für viele ist das Mittelalter ein Zeitalter, das sie von Märkten und Schaukämpfen, aus Kinofilmen und Büchern zu kennen glauben. Das tatsächliche Wissen über die Zeit zwischen 500 und 1500 ist dagegen erschreckend schwach. Wie gut ist Ihres?
In wenigen Wochen wird das Mittelalter wieder über Deutschland hereinbrechen, emsige Stadtväter rüsten bereits für die Vergangenheit. “Fackeln, Öllampen, Kerzen und Teelichter tauchen die Zeltstadt mit Einbruch der Dunkelheit in mystisches Licht”, verspricht man etwa in Siegburg. “Trommel- und Dudelsackklänge dringen ins Ohr, Spielleute und Jongleure demonstrieren ihr Können.” Auch dabei: “eine Wahrsagerin, die verrät, was die Zukunft bringt”.
Die nahe Zukunft bringt, so viel ist sicher, historisch überzuckertes Weihnachtsbrimborium. Zahlreiche Städte laden im Advent zu “mittelalterlichen Weihnachtsmärkten” und dürfen auf viele Besucher hoffen. Zu schön ist die Kitsch-Kombi, die in München, Münster und andernorts heraufbeschworen wird: traditionelle Glühweinbesinnlichkeit gepaart mit neuer Mittelalterglückseligkeit. Ritter, Mönche und neuerdings auch Wanderhuren liegen im Trend, das Mittelalter erlebt seine ganz eigene Renaissance ”“ auch wenn in unserer angeblich aufgeklärten Zeit teils abenteuerliche Fehlvorstellungen über das Leben vor tausend Jahren herrschen.
Das Wissen der Deutschen über die Zeit zwischen ungefähr 500 und 1500 ist begrenzt, ihre Begeisterung scheint es nicht zu sein. Als der SPIEGEL einen neuen Wissenstest erstellte, wagte das Redaktionsteam beim Mittelalter deshalb nur nach Basiswissen zu fragen. Dabei müssten sich viele Deutsche mit dem Mittelalter besser auskennen als mit fast jeder anderen Zeit. Menschenmassen ziehen jeden Sommer zu Ritterspielen, Burgfesten oder Mittelaltermärkten. Im Buchladen und Fernsehen ist das Thema omnipräsent, das Schicksal der “Wanderhure”, gespielt von Alexandra Neldel, verfolgten bei Sat.1 vor wenigen Wochen rund 10 Millionen Menschen.
Wissenschaftler aber wundern sich. “Warum fangen auch aufgeklärtere Bewohner des 21. Jahrhunderts sofort an, von Rittern (edel), Mönchen (fromm), Bauern (echt) und, wenn es ganz schlimm kommt, von Hexen zu phantasieren, von ‘Ursprüngen’ und ‘Verlorenem’, kaum dass das magische M-Wort gefallen ist?”, fragte kürzlich der Geschichtsprofessor Valentin Groebner in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und lieferte die Antwort gleich mit: “Weil das Mittelalter keine Epoche ist, sondern ein Gefühl.”

Alte Zeit als Projektionsfläche für neue Sehnsüchte

Wenn es aber ums Gefühl geht, sind die Fakten unwichtig. Da spielt es dann keine Rolle mehr, dass die Menschen im Mittelalter mitnichten die Erde für eine Scheibe gehalten haben und Hexenjagden größeren Stils erst in der Neuzeit stattfanden. Oder dass Ritterrüstungen ganz schön beweglich waren und keineswegs mit Keuschheitsgürteln die Enthaltsamkeit von Ehefrauen über einen längeren Zeitraum erzwungen wurde ”“ Ausstellungen des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und, soeben beendet, des Deutschen Historischen Museums in Berlin kämpften zuletzt mal wieder gegen solche Mythen.
Die alte Zeit ist schon seit langem vor allem eine Projektionsfläche der aktuellen Sehnsüchte. Historiker Groebner schreibt unter anderem “von der zeitweiligen Begeisterung der Neuen Linken der siebziger und achtziger Jahre für ein Vollkornmittelalter rebellischer Handwerker und Hebammen bis zur Instrumentalisierung mittelalterlicher Mythen durch die populistische Rechte nach 1989”³. Das Mittelalter selbst wirkt so wie eine wandlungsfähige und gefügige Wanderhure, die sich jedem Zeitgenossen anschmiegt, ganz nach dessen Wünschen.
Besonders der Film hat die Popularität befördert, Werke wie “Der Name der Rose”, “Braveheart”, “Luther”, “Ritter aus Leidenschaft” oder “Die Päpstin”. Dass sie es mit den historischen Fakten nicht so genau nehmen, stört die meisten Zuschauer nicht und trägt vermutlich zu ihrem Erfolg bei. “Filme sind eben keine Wissenschaft und müssen ohne Fußnoten auskommen”, sagt die Altgermanistin Bettina Bildhauer, die an der University of St. Andrews in Schottland lehrt und soeben ein Buch* über die Darstellung des Mittelalters in verschiedenen Filmen geschrieben hat. Was die Regisseure mit der Historie anstellten, meint Bildhauer, sei “oftmals falsch und dennoch wertvoll”.
Die Filme zeichneten ein verzerrtes Bild der damaligen Wirklichkeit, verrieten aber viel über die heutige Zeit: Sie sagen “weniger über das Mittelalter aus als über uns, unser Selbstbild und unser Weltbild”, sagt die Forscherin. Wenn das Mittelalter mit Burgfräulein, Ritter und Drachenkampf romantisiert wird, wie in “Ritter aus Leidenschaft”, dann komme darin wohl auch ein Unbehagen über die heutige Zeit zum Ausdruck. Und wenn die Welt damals als besonders rückständig dargestellt wird, wie in “Der Name der Rose”, dann können wir uns als fortschrittlich fühlen.
Dass zur Wiederentdeckung des Mittelalters eher die ethischen Maßstäbe von Ritterlichkeit als die geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung von wirtschaftspolitischen Mängeln gegenüber der Neuzeit geführt hat, mag für Markus Verbeet unakzeptabel erscheinen.
Führt er jedoch an, dass "das Mittelalter mit Burgfräulein, Ritter und Drachenkampf romantisiert wird, wie in "Ritter aus Leidenschaft"", offenbart er ein Nichtwissen über sein Thema, dass seine Polemik als Schimpftirade entlarvt, auf die sich die Analyse über Filmmittelalter: "Wenn es aber ums Gefühl geht, sind die Fakten unwichtig" wohl anwenden lässt, das von Bettina Bildhauer verliehene Prädikat "oftmals falsch und dennoch wertvoll" verdient er jedoch nur zur ersten Hälfte.

_____

* Bildhauer, Bettina: Filming the Middle Ages, Reaktion Books; erscheint vorraussichtlich Feburar 2011

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Norbert von Thule
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Das Comeback der Wanderhure

Beitrag von Norbert von Thule » 14.09.2011, 07:46

Heute im Kölner Stadtanzeiger unter dem Titel: "Harald Schmidt - Das Comeback der Wanderhure":
Martin Weber hat geschrieben:Das Comeback der Wanderhure geht also auch ohne Alexandra Neldel und ohne Mittelalter, es funktioniert auch mit einem 54-Jährigen aus dem schwäbischen Nürtingen in der Gegenwart.
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Norbert von Thule
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Re: Die Rache der Wanderhure

Beitrag von Norbert von Thule » 05.10.2011, 07:46

Heute im Europe Online Magazine:
Auf böhmischen Burgen wird die Fortsetzung des Historiendramas «Die Wanderhure» gedreht. Das sahen bei Sat.1 im vorigen Jahr 9,87 Millionen Zuschauer. Jetzt schlägt die geschändete Marie (Alexandra Neldel) mit dem Schwert zurück.
In der «Wanderhure» musste Alexandra Neldel als fahrende Prostituierte Marie Vergewaltigungen und Auspeitschungen überstehen. Für die Fortsetzung des Mittelalterepos hat die 35 Jahre alte Schauspielerin nun Schwertkampf und Reiten trainiert. Damit könnte sie sich von der hilflosen «Hübscherin» Marie gar zur Amazone profilieren. «Es ist die Rache, die sie treibt und sie einfach nicht zur Ruhe kommen lässt», sagt der «Verliebt in Berlin»-Star über seine Rolle.

Bild
Bild (DPA): Alexandra Neldel in einer Szene des Films „Die Rache der Wanderhure“.

Eine Kulisse braucht es auf der böhmischen Krivoklat-Burg nicht. Im gothischen Saal erinnert jede Mauerritze an das Mittelalter. «Und Action» ruft der Regisseur. Mit einem flehenden und zugleich fordernen Ausdruck tritt die frühere «Wanderhure» Marie Schärer vor König Sigismund (Götz Otto). Der soll es ihr erlauben, ihren in Böhmen verschollenen Ehemann Michel Adler (Bert Tischendorf) aufzuspüren und sich an denen zu rächen, die ihren Gemahl umbringen wollten.
Aufmerksam beobachten die Autoren der Romanvorlage «Die Kastellanin» die Dreharbeiten in der Nähe von Prag. Hinter dem Pseudonym Iny Lorentz verbergen sich in Wirklichkeit Iny Klocke und Elmar Wohlrat. Die beiden tragen Halstücher im Partnerlook und schwärmen von Neldel. Klocke bewundert, dass sich die Schauspielerin bis zur körperlichen Erschöpfung in die Rolle schmeißt. Dass in Böhmen gedreht wird, wo der Roman spielt, freut die beiden Schriftsteller besonders.
Die 900-jährige Geschichte der Burg wirkt auf alle Beteiligten. Regisseur Hansjörg Thurn ist überzeugt, dass die Schauspieler die Echtheit spüren. Doch letztlich ist die «Rache der Wanderhure» weniger ein authentischer Historienfilm als vielmehr ein großes Melodrama. Den Machern war es wichtig, die Geschichte der Marie aktuell zu halten. Sie beschreiben Marie als eine junge Frau, die durch alle sozialen Raster falle und sich wieder nach oben kämpfe. Statt auf gesellschaftliche Regeln muss sie sich dabei ganz auf ihren Instinkt verlassen.
Anders als bei der Bearbeitung des ersten Marie-Romans haben die Drehbuchautoren diesmal einiges verändert. Ihre Neufassung ist zackiger und wird die Grundlage für ein neues Iny-Lorentz-Buch zum Film sein. In der Zwischenzeit hat das Autoren-Duo weitere drei Bände mit Marie als Hauptfigur geschrieben. Dabei war «Die Wanderhure» eigentlich ein in sich abgeschlossener Handlungsstrang. Klocke nennt es einen Test für Autoren, auf Zuruf ein weiteres Abenteuer vorlegen zu können. Den hat das Schriftsteller-Duo bestanden, zur Freude von Millionen Lesern.
Klocke und Wohlrat entschieden sich, ein Motiv aus dem ersten Band aufzugreifen. Darin war der tschechische Reformator Jan Hus auf dem Scheiterhaufen in Konstanz verbrannt worden. Nun schicken die Autoren eine ältere, reifere Marie in die Wirren der Hussitenkriege, um ihre große Liebe zu suchen. Ihre Zukunft und ihre Ehe stünden auf dem Spiel, denn Böhmen sei während der Hussitenkriege nicht unbedingt ein Urlaubsziel gewesen, verrät Wohlrat.

Montrose
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Re: Die Rache der Wanderhure

Beitrag von Montrose » 05.10.2011, 21:20

Was ist denn jetzt schon wieder kaputt? Nachdem die Frauen die Männer allerortens an die Wand quetschen (bessere Schulnoten; Frauen-Quote in den Manager-Etagen; höhere gesellschaftliche Akzeptanz von blankrasierten Frauen in Blazerhosen als von gesunden Macho-Männern), fällt nunmehr das letzte Paradies auf Erden dem Wahnsinn zum Opfer. Apokalypse now.

"Die Rache der Wanderhure"?? Nun sollen Frauen selbst noch im Puff statt sich untertätig und lÁ­eb zu geben, rachsüchtig sein und nur darauf warten, einem etwas abzuschneiden. Ich möchte mein Geld zurück. Während die Frau sich zunehmend entblödet, im Bett zur Amazone zu mutieren, trivialisiert sie andernorts die Weltgeschichte. Die Hussiten-Kriege als mittelmäßige Ü40-Party, wo eine "ältere, reifere Marie die große Liebe sucht."

Kneift mich, damit ich aus diesem Alptraum aufwache.

Was auch richtig mies ist: der neueste "Die drei Musketiere"-Film. Absoluter Dreck. Das haben auch andere Leute im Kino gesagt "Hoffentlich ist der Mist bald vorbei." Hallöchen, Ihr Doof-Kopf-Programmierer und Computerkids: bloß weil man den ASCII-Code für dämliche Special-Effects kennt, wird daraus noch lange keine spannende Geschichte.

Wenn Du mich fragen solltest, was heutzutage Kultur bedeutet, dann würde ich mir den Finger in den Arsch stecken und Dir unter die Nase halten. Und dann würde ich sagen: "Erst wenn Du daran glauben kannst, daß mein Stinkefinger nach Pizza Gorgonzola schmeckt, schalt den Fernseher an oder geh ins Kino."

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Norbert von Thule » 18.01.2012, 16:34

Heute im Sonic Seducer:
Mittelalter im Fernsehen: Corvus Corax vertonen die Rache der Wanderhure

Die Könige der Spielleute trauen sich was: Für den Sat 1-Film "Die Rache der Wanderhure" haben Corvus Corax nicht nur einen Song komponiert, sondern auch eine Sängerin gewonnen, mit der wohl kaum jemand gerechnet hat. Die ehemalige Seifenopern-Queen Alexandra Neldel, bekannt aus TV-Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Verliebt in Berlin" leiht dem Lied der gestandenen Mittelalter-Recken ihre sanfte Stimme. Die Band wurde sogar zu den Dreharbeiten nach Salzburg eingeladen, wo die Fortsetzung des erfolgreichen TV-Films produziert wird. Am 28. Februar wird "Die Rache der Wanderhure" bei Sat 1 ausgestrahlt, einen Tag später kommt die DVD in den Handel.
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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Nicole » 19.01.2012, 09:00

Die Rache der Wanderhure besteht in der Existenz dieses Films. Äh, Corvus Corax muss es fianziell echt schlecht gehen, oder?

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Norbert von Thule » 19.01.2012, 20:24

Nicole hat geschrieben:Äh, Corvus Corax muss es fianziell echt schlecht gehen, oder?
Meinst du, weil die so verlumpt aussehen? Ich meine so A sahen die noch nie aus:

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Terrorverlag hat geschrieben: Wer erkennt die Typen auf dem Bild? Es sind Corvus Corax, die für den Sat1 Film 'Die Rache der Wanderhure' einen Song komponiert haben, der von Hauptdarstellerin Alex Neldel gesungen und von ihnen selber musikalisch begleitet wird. Regisseur und Produzent waren von dem Ergebnis so begeistert, daß sie die Band zu Drehaufnahmen nach Salzburg holten, und das da oben ist das optische Ergebnis
.

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Nicole » 19.01.2012, 20:32

Sagen wir mal so, es ist nicht mehr wirklich eine Frage der Zeit, bis sie im Musikantenstadl auftreten, oder?

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Nicole » 19.01.2012, 20:32

Sagen wir mal so, es ist nicht mehr wirklich eine Frage der Zeit, bis sie im Musikantenstadl auftreten, oder?

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Norbert von Thule » 20.01.2012, 12:45

Du willst dich mit deinem elitaristischen Habitus nur dagegen wehren, dass Mittelalter Mainstream wird. Ich dagegen begrüße, wenn SAT1 und Andy Borg uns neue Zielgruppen erschließen, ob mit Wanderhure oder Musikantenstadl (- hier wohl eher das Fomat "Andys Burgshow").

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Nicole » 20.01.2012, 20:02

Wer diese Zielgruppen als erstes findet darf sie gerne behalten :lol:

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Montrose » 21.01.2012, 14:53

Für Außenstehende, die nicht zur Elite gehören, fasse ich den Stand der Diskussion nochmals in etwas einfacheren Worten zusammen.

Nicole behauptet: Die Mittelalterszene wird demnächst die Volksmusik erobern.

Nobert behauptet: Die Volksmusik wird demnächst die Mittelalterszene erobern.

Ich dagegen begrüße, wenn SAT1 und Andy Borg uns neue Zielgruppen erschließen
Das ist ein Fehlschluß. Richtig ist, daß SAT1 und Andy Borg der Volksmusik neue Zielgruppen erschließt, und zwar aus der Mittelalterszene.


Wenn ich mir den derzeitigen Musikgeschmack angucke, von Unheilig über Ich&Ich bis Rosenstolz ist eh alles dieselbe Pampe. Ich kann das Zeug beim besten Willen nicht von stinknormalem Schlager a la Katja Ebstein oder Costa Cordalis unterscheiden. Dann kommt noch Udo Lindenberg und Peter Maffay daher und singen Schlager, und behaupten, das sei Rock. Mittelalter-Folk ist in der Regel auch nichts anderes als englische Volksmusik. Grölemeyer kocht das Ganze dann auf die absolute Essenz ein, der Sirup des Seins sozusagen: irgendwie ist das Leben Schiff und Sehnsucht (und so ein undefinierbares Stöhnen aus dem Kehlkopf, zumindest bei Grönemeyer. :? )

Superlustig -Achtung, jetzt wird's rechtsradikal - finde ich, daß die Neonazis in Berlin mit fast denselben Masken rumrennen wie die Protest-Gruppe Anonymous, die ja vom geradezu gegenteiligen politischen Spektrum abstammt. Wolf und Schaf rennen heutzutage alle mit dem gleichen Pelz rum.

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Nicole » 21.01.2012, 23:56

Wenn die Volksmusikszene demnächst "meinen Anteil" der Mittelalterszene erhḧöht, werde ich vor dem Erbrechen mit dem Mittelalter brechen. Das handelt sich um reine Notwehr. Diese Einstellung ändert sich nur unter der Prämisse, dass Chrysalide (http://www.youtube.com/watch?v=YaolfDt8_ts) im Musikantenstadl auftreten.

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Re: Die Rache der Wanderhure 28.02.12 SAT1

Beitrag von Montrose » 22.01.2012, 13:28

Wenn die Regionalsender irgendeine Heimatsendung machen oder irgendein Bürgermeister eine Show abzieht, dann ist das den Filmemachern oder den Politikern doch scheißegal, ob im Hintergrund ein Ritter oder eine Sambatänzerin aus Rio de Janeiro steht. Norbert begreift nicht, daß er mit seiner werbetechnischen Beliebigkeit sich selbst abschafft. Quotenjäger, Subkulturen, "Menschen, die was ganz außergewöhnliches machen" gibt es mehr als Flöhe auf einem Hundekadaver.

Wenn man Glück hat, schaffen es die Medienfuzzis wenigstens, die Klischees nicht völlig durcheinander zu bringen. Man stelle sich einmal vor, die Samba-Tänzerin aus Rio de Janeiro hätte statt Pfauenfedern im Hintern einen Ritterhelm auf. Oder umgekehrt. :shock:

Zurück zur Wanderhure! Ich vermute, daß dies einfach nur ein als Historie getarnter Schmutzfilm ist. Ich bin auf sowas schon zweimal reingefallen. Einmal wollte ich einen Lehrfilm über Spionage im Ersten Weltkrieg kaufen, und dann ging es in diesem Film "Mata Hari" nur um Nackedeis.
Ein andermal beabsichtigte ich die Gepflogenheiten der Habsburgerischen KuK-Monarchie zu recherchieren, zumal ich herausfinden wollte, ob Norberts "Staufer"-Helm wirklich von einem ungarischen Dragoner-Regiment Anfang des 19. Jahrhunderts stammt. Was war das aber für eine böse Überraschung, als die Reportage von Frau Josefine Mutzenbacher wiederum nur Nackedeis zeigte! Irgendein Lehrer, der seiner Schülerin untern Rock guckt und solche Sachen. :|

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