Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Was läuft in Film und Fernsehen?
Antworten
Benutzeravatar
Norbert von Thule
Beiträge: 8582
Registriert: 11.06.2006, 21:15

Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Beitrag von Norbert von Thule » 29.01.2014, 23:48

Gestern in der Aachener Zeitung:
Literarisches Frühstück: Autorenlesung mit Doro May

Der Verein Pro Stadtbücherei und die Stadtbücherei Herzogenrath laden zum literarischen Frühstück in das Bistrorant Eurode Live, Bergerstraße 14, ein. Zum Start des Programms am Sonntag, 16. Februar, ist Autorin Doro May zu Gast.
Die Aachenerin liest aus ihrem neuen Werk „Lioba wechselt die Saite“. Es erzählt die Geschichte einer Singlefrau, die sich überreden lässt, auf ein Mittelalter-Fest auf die Eyneburg (in Hergenrath) zu gehen. Dort fühlt sie sich zunächst inmitten der Rollenspieler und deren Lebensstil völlig fehl am Platz. Nach und nach lässt sie sich aber von einer Mittelalter-Band beeindrucken. Wird sie fortan in einer Parallelwelt leben?
Karten (inklusive Frühstück) gibt es für 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, nur im Vorverkauf bei der Stadtbücherei unter der Telefonnummer: 02406/836305.
Bild

Leseprobe:
Doro May hat geschrieben:Man hört Ha! - Hoher Zwerg!, wenn die Schneide kurz vor der Enthauptung gestoppt worden ist oder Das war ein Dach, wenn das Schwert auf den gegnerischen Kopf niederfährt und wenige Millimeter vor der Spaltung des Schädels abgefangen wird.
Die Freizeitkämpen befinden sich am äußersten Rand ihres Lebens. Zweimal die Woche mindestens. Ochs und Eber, die diagonalen Vernichtungsschläge, wechseln sich ab.

Montrose
Beiträge: 1331
Registriert: 17.01.2007, 11:18
Wohnort: Aachen

Re: Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Beitrag von Montrose » 30.01.2014, 22:25

Nach Wolfgang Abart "Lebendige Schwertkunst" sind Ochs und Eber Huten.

Der Rest der Geschichte klingt halbwegs plausibel. Lioba kann mit Riesenkindern, welche mit Eisenstangen herumfuchteln, wenig anfangen. Wie sie so durch die Marktstände mit öligem Met und Kinderholzschwertern schlendert, ist eine Mittelalterband die letzte Hoffnung auf etwas Spaß. Es klingt schrecklich, aber der Gitarrist Montiboy sieht richtig klasse aus. Männlich, verwegen und mit langen schlanken Fingern zupft er die Saiten. Plötzlich fatzt eine Saite seiner Gitarre und Montiboy ist perplex. Ohne D-Saite hört sich der Song erst recht zum Abkacken an. Lioba empfindet Mitleid mit Montiboy und als Lehramtsstudentin im dreiundzwanzigsten Semester muß sie ohnehin nehmen was kommt. Deshalb reißt sie sich ein paar ihrer langen schwarzen Haare aus der Kopfhaut und übergibt sie verzwirnt Montiboy. Dieser spannt das pechsträhnige Haar in seine Gitarre und spielt Richard Wagner. Nach dem Konzert befragt Lioba Montiboy über die Mittelalterszene. Aber Montiboy sagt, daß er davon keine Ahnung habe. Er spiele nur aushilfsweise hier, weil der Gitarrist der Mittelalterband "Schlammeuter" Durchfall habe. Lioba erfährt von Montiboy zudem, daß er sonst eher auf Country abfährt. Gemeinsam beschließen sie, den Mittelaltermarkt zu verlassen und gemeinsam in die Crazy Horse Bar zu gehen. Die Wimpel und Fähnchen des Mittelaltermarktes werden immer kleiner und verlieren sich schließlich in der Abenddämmerung.


Wem diese Story als Gute-Nacht-Geschichte nicht ausreicht, kann hier noch ein Filmchen gucken:
http://www.youtube.com/watch?v=ADLgLx1EeSA

Benutzeravatar
Norbert von Thule
Beiträge: 8582
Registriert: 11.06.2006, 21:15

Re: Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Beitrag von Norbert von Thule » 03.02.2014, 10:57

Montrose hat geschrieben:Nach Wolfgang Abart "Lebendige Schwertkunst" sind Ochs und Eber Huten.
... und nach Jacob Grimms "Weisthümer" sind Ochs und Eber Vieh.

Montrose
Beiträge: 1331
Registriert: 17.01.2007, 11:18
Wohnort: Aachen

Re: Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Beitrag von Montrose » 10.02.2014, 23:17

...
Lioba

Aber dann, einige Tage später, wurde Lioba von der bronze-mondigen Magie der Mittelalterszene wie mit einem Cowboy-Lasso (Mittelalter! :roll: ) ...ich berichtige.... wie mit einem altgermanischen Runenbann, dem Duft angewärmten Kirschbiers und der tiefsinnigen Naturverbundenheit ungereinigter Körper angeworben. Sie wehrte sich verzweifelt, doch der Zauber walhällischer Langbärte :x :x war stärker. Zu dem war sie nun geworden, the female Warrior, die Kriegerin hatte sich wie ein Wurm in ihr Hirn gebohrt. Nie wieder wollte sie sich mit mittelmäßiger Schriftstellerei abgeben, sondern es erleben. Das Echte, das Wahre, das Pure, das Reine, die Seine - die weibliche Form des Seins. Sie wollte dazugehören und für den Sheriff tanzen (Mittelalter! :roll: ) .... ich berichtige ... für den Ritter tanzen, dieser Mischung aus Atomexplosion und Teddybär. Deshalb besorgte sie sich einen Helm und puschelige Schienbeinschützer, um die ultimative Herausforderung anzunehmen, ihm nämlich zu dienen:

http://www.youtube.com/watch?v=kBYwMOPKuPo

Montrose
Beiträge: 1331
Registriert: 17.01.2007, 11:18
Wohnort: Aachen

Re: Veytaler Schwertkampf in der Literatur

Beitrag von Montrose » 14.02.2014, 23:37

Okay, die Tänzerin war noch nicht ganz top. Das war nur die Vorgruppe.

Sagt laut "Ich will, daß meine sinnlichsten Träume werden". Dann klickt den link an. Und eure sinnlichsten Träume werden wahr.

Hier kommt Mahafsoun http://www.youtube.com/watch?v=6x2jipsTqM8

Antworten