Eckball

Was geht außerhalb vom Mittelalter?

Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 14.07.2017, 22:03

Die Franzosen  haben es wieder einmal voll drauf  8) ich hab mir das Video fünfmal angeschaut

https://www.youtube.com/watch?v=dHmgh-dzmbE

Es gibt noch einen politischen Grund, das hier zu zeigen. Die deutsche Presse ätzt wieder gegen Trump, er sei wie versteinert dagesessen http://www.spiegel.de/video/militaerkapelle-spielt-daft-punk-hit-video-1782685.html. Im Internet kursiert eine verkürzte Film-Version, die dies vermitteln soll. Oben ist das ganze Video zu sehen. Es zeigt, dass Trump konzentriert zuschaut, am Ende applaudiert und ausatmet, wie wenn er diese performance "hot" gefunden hat. Da sitzt ein älterer Mann, der sich ganz individuell und keinesfalls abwertend verhält. Die Journaille interpretiert also mal wieder ihren eigenen geistigen Müll in Ereignisse hinein, die man mit großer Wahrscheinlichkeit ganz anders deuten muss. Und nein, Trump lässt sich nicht scheiden, und Trump ist auch nicht dement, und er steht auch nicht vor einem impeachment, wie von der deutschen Presse in der Tradition propagandistischer Goebbels-Häme behauptet wird. Ich schäme mich für solch eine Berichterstattung. Die deutsche Presse gefährdet mit ihren aberwitzigen Behauptungen den zwischenstaatlichen Frieden. Diese Bleistift-Komiker sollen bitte damit aufhören.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 15.07.2017, 07:00

Führen wir die Liste journalistischer Verfehlungen weiter:

Trump habe gesagt, die Deutschen seien "böse". Das Wort für böse ist "evil". Trump sagte aber "bad". Eine vorsätzliche Falschübersetzung. http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Trump-Die-Deutschen-sind-sehr-boese Im übrigen dürfen wir nicht vergessen, daß Deutschland im Rahmen von Abgasbetrug in den U.S.A. sich sehr wohl falsch verhielt und Trump deshalb allen Grund für solch eine Aussage hatte. Es geht ja darum, daß Deutsche durch falsche Angaben die U.S.-eigene Autoindustrie ausbooten wollten, was wiederum Verlust von Jobs in den U.S.A. zugunsten deutscher Jobs bedeutet. Der Begriff "deutscher Wirtschaftskrieg" wäre hier wohl angemessen, ist meines Wissens aber nicht gefallen.

Dann wieder soll Trump der französischen Präsidentengattin ein sexistisches Kompliment gemacht haben. http://www.n-tv.de/politik/Trump-macht-Brigitte-Macron-Kompliment-article19935999.html Problem: seinen Satz "You are in such a good shape" lasse sich laut Presse AUCH mit "Sie haben solch eine gute Figur" übersetzen. Was heißt "auch". D.h. es kann auch neutraler gemeint sein. Und selbst wenn, Trump kann doch sagen was er will. Ob das Kompliment mißraten ist, kann niemand sonst als nur die Angesprochene selbst beurteilen.

Wie war das mit Böhmermann, der den türkischen Präsidenten auf's übelste beleidigte. Da behauptete die Journaille plötzlich, das sei Kunst und unterstehe der Meinungsfreiheit. Ach so ist das.

Unser vormaliger Bundespräsident Horst Köhler trat zurück, weil ihm die Presse (als Sprachrohr des politisch linken Spektrums wie den Grünen) eine nüchterne Aussage als "Wirtschaftskrieg" auslegte. https://www.welt.de/politik/deutschland/article13419126/Alt-Bundespraesident-Koehler-bricht-sein-Schweigen.html Merkwürdig. Ein tatsächlicher Wirtschaftskrieg (s.o.) wird nicht als solcher benannt. Wo aber kein Wirtschaftskrieg ist, da wird es einem Spitzenpolitiker einfach mal so unterstellt. Die Wahl und Aneinanderreihung von Worten scheint bei der deutschen Presse nach dem Zufallsprinzip zu geschehen. Sprache muß in der deutschen Presse anscheinend nicht unbedingt Wirklichkeit abbilden. Sie dient dazu, daß ein paar Germanisten ihre ganz persönlichen Lieblingsgefühle pflegen ... ganz egal, was in der Welt tatsächlich passiert.


Journaiisten sind Menschen, die es meist zu nicht mehr als maximal bloß zu einem Germanistikstudium gebracht haben. Die haben kein besonderes Wissen über Politik. Die sind weder intelligenter noch moralischer als der Rest der Bevölkerung. Es kann nicht sein, daß solche Leute ihre geistigen Grenzen kaschieren, indem sie emotionalisierte Hetze betreiben. Das Grundgesetz schützt Rechte wie "Pressefreiheit" in der Hoffnung, daß die Berechtigten damit vernünftig umgehen. Es ist aber nicht vorgesehen, daß Presseleute ihren Beruf dazu ausnutzen, politische Sichtweisen und Entscheidungen zu erzwingen, obwohl sie dazu demokratisch nicht legitimiert sind. Wenn Journalisten glauben, sie hätten mehr zu bestimmen als unsere Politiker, sie stünden sogar über dem Präsidenten, dann ist das möglicherweise ein gravierender Systemfehler. Die deutsche Presse sollte vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 15.07.2017, 18:59

Da waren Gewalttäter in Hamburg am Werk. Aber eine SPIEGEL-Kolumnistin schreibt: och, schaut doch lieber auf die Untaten anderer. Typisch für diese Leute: ihre Gesinnungsgenossen dürfen sich alles erlauben, bis hin zu Plünderei und gefährlicher Körperverletzung. Denn Schuld sind ja immer nur die anderen. Typisch politische Linke (damit meine ich nicht die Partei Die LINKE, sondern diesen tumben Dunst um Grüne und Möchtegern-Sozen): sie bescheinigt sich einfach mal so Narrenfreiheit und jedweden Verzicht auf eigene Verantwortung. Anders ausgedrückt: diese Leute haben, soweit ich das erkenne, überhaupt keine moralischen Maßstäbe. Die kennen den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht. Und mit diesem ungeistigen Chaos gehen die auch noch missionieren.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ueberwachung-staatstrojaner-brennen-nicht-so-gut-wie-autos-kolumne-a-1157369.html#js-article-comments-box-pager


Oder das da. Statt Argumentation verbale Tritte in den Unterleib.

https://web.de/magazine/politik/politische-talkshows/jutta-ditfurth-wolfgang-bosbach-maischberger-streit-naechste-runde-32429970

Diese politische Linke hat eine selbstgerechte und menschenverachtende Gesinnung. Das ist nicht das "gute" Deutschland, sondern das sind Leute, die das scheinbar Gute nur dazu benutzen, um persönlichen Haß und Machtgelüste auszuleben. Das ist nur noch widerlich. Wo bleibt denn da der "Aufstand der Anständigen"?

Was mir bei diesen Leuten fehlt -und darin besteht dann auch die Brücke zur Trump-Berichterstattung - ... ein Mindestmaß an Fairness.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 21.07.2017, 21:46

Nach einem solch schwierigen Thema brauchen wir eine Art Umbaupause, um unser Geist-Auge wieder für die kosmische Harmonie zu öffnen. Die langen Haare Parvatis fegen im Tanze den Staub des Bösen von ihren zierlichen Schultern und reinigen dadurch die Erde. Kommt mit mir in die zauberhafte Welt des Tribal Fusion!

https://www.youtube.com/watch?v=bJQ3DGvjnVc
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 22.07.2017, 20:48

Vielleicht wäre eine nackte Tänzerin noch beruhigender gewesen. Aber es scheint so oder so nicht die Zeit für Harmonie zu sein.

Deutschland will die Türken bestrafen.
Deutschland will die Russen bestrafen (Sanktionen gibt es ja schon).
Deutschland will die Polen bestrafen (wg. deren Gesetze).

Anscheinend hat die deutsche Regierung nach Kaiser Wilhelm II, Adolf Hitler und nach zwei Weltkriegen immer noch nicht verstanden, dass andere Länder anderen Menschen und nicht etwa uns Deutschen gehören. Uns steht überhaupt nicht zu, irgend wen auf diesem Planeten zu bestrafen.  Mir tun die ganzen Amis leid, die den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg irgendwie erklären wollten, dass äh... ja dass man sich von anderen Ländern raus hält. Diese ganze Nachhilfestunde von Roosevelt, Stalin, Churchill, das Popo-Versohlen durch die Teilung Deutschlands und dem Mauerbau ... alles vergebens. Der Möchtegern-Muster-Schüler Deutschland ist nicht lernfähig.

Dabei kann sich Deutschland das gar nicht leisten. Wir sind geostrategisch ein Furz im Nirgendwo. Militärisch ist Deutschland im Ernstfall nicht einmal ansatzweise zu verteidigen. Die wirtschaftliche Stärke ist nur ein vorübergehender Glücksfall, der irgendwann auch endet. Erdogan macht Grenze auf, Ungarn macht Transit auf, Polen macht Transit auf, Italien macht Transit auf und Österreich sperrt anders als versprochen nicht den Brenner. Ihr wißt, was dann passiert. Polen und Ungarn zeigen der EU den Stinkefinger und machen gemeinsam mit Rußland eine eigene osteuropäische Union auf. Wir haben keine Macht, weil alle Völker und Nationen dieser Erde ganz gut ohne Deutschland leben. Kennt ihr das? Ihr droht eurer Freundin damit, dass ihr euch trennt. Und die lacht und sagt: endlich bin ich frei. Genau so geht es Deutschland. Unsere Drohungen sind völlig witzlos. Und dann kauft ihr der Freundin noch schnell ein goldenes Halsband. Die nimmt das Geschenk an und verlässt euch aber trotzdem. Da können wir anderen Völkern noch so viel Wirtschaftshilfe in den Arsch blasen ... die anderen Völker machen trotzdem, was sie wollen, weil sie frei sind.

Kanzler Helmut Kohl verstand, dass unser Wohlergehen davon abhängt, dass Deutschland von Freunden umgeben ist. Ich wüßte nicht, dass Helmut Kohl gegen irgend wen Drohungen ausstieß. Ganz im Gegenteil. Die Nachfolgegeneration jedoch benimmt sich wie der Juniorchef: arrogant und ohne jedes Verständnis treibt sie Großvaters Firma in den Ruin.

Wenn ich heute ein 15-Jähriger wäre, hätte ich echt ein Problem. Denn Mama und Papi bauen gerade richtig Scheiße. Zudem wäre ich als 15jähriger wahrscheinlich zu blöd, um zu kapieren, dass da gerade jemand meine Zukunft vermasselt. Die Weltpolitik nimmt an Dynamik zu. Genau das bedeutet Trump, Putin, Erdogan usw.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 30.07.2017, 20:08

Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++ Börenticker +++ Börsenticker +++ Börsenticker +++


The FINANCIAL TIDES, July, 30th, 2017;



A NEW START-UP IN WHATSOEVER

by Bruce Pomeron from Cincinnati

Two Germans built up the Veytal Actors Company and sold their start-up to a Chinese syndicate concerned with cultural affairs. The contract says, each German earns 25 million dollars and still remains CEO (Chief Executive Officer) of the Veytal Company. These are spectacular news! So I caught the next airplane to visit these lucky guys. I am not sure whether Norbert and Montrose are their real names. Possibly it is a camouflage and they might be called Harold and Pete. Although – to preempt the truth – the first one never appeared. Even if I met him I wondered if he was an actor of hisself. I rang the bell at the firm address. A redheaded secretary appeared. She told me, the boss was busy with swinging his sword before a group of mediaval pupils. So I travelled to South Germany to meet Montrose. Montrose told me that the Chinese consortium aimed to change reenactment from European Middle Ages to some sort of Dschingis Khan staff. I interposed that the members of the Veytal Company may break out in revolt hearing that they are no knights but Mongolian steppenwulfs. CEO Montrose answered something like hinten kussen. My dictionary told me it means something like kiss my back or fuck you. I asked for clarification. He told me: If it was legal, he would shoot the Veytal men and put their wifes and daughters in cages like chicken. I do not understand this policy and travelled back to Norbert or Harold or whoever. The redheaded secretary appeared again. She told me, the „prince“ was under the shower. I may come back an hour later. So I did. However, at the third appointment the redheaded secretary told me, he does not like to speak to reporters. I travelled back to Montrose. It was a rainy night. This CEO crawled on the street, weeping, and cried out: Where are the 25 million dollars; I want my money. When I offered him a handkerchief, he replied: hinten kussen. I travelled back to the United States. This is a really weird company and its CEOs are really strange.

Live from the FINANCIAL TIDES, Cincinnati, Bruce Pomeron.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 10.08.2017, 21:59

Als ich noch jünger war, sprach Robin Hood mit einem Hirsch und die Kelten spielten Synthesizer. https://www.youtube.com/watch?v=Y8uMvUgnpwI Das hier ist ein kleines Fight-Tutorial. So in der Mitte dieses Klangerlebnisses sieht man einen Langstock-Einsatz. Das erste Mal sah ich diese falsche Handhabung in einem James-Bond-Film. Leider läßt auch der amerikanische Freund, der in einem anderen Video-Clip sehr schön Tai-Chi erklärte, uns beim Thema Langstock im Stich. https://www.youtube.com/watch?v=mPfmEBccqs8 Blanker Unsinn, was der da macht. Der Stock kann überhaupt nicht beweglich geführt werden, Ausholen zum Schlag sowie Stiche sind unmöglich. Kampftechnisch völliger Blödsinn. Etliche Videos mit japanischem Hintergrund zeigen, wie man es richtig macht, z. B. https://www.youtube.com/watch?v=1Kbj3PP4hgM. Selbiges gilt natürlich auch für europäische Waffenerprobungen (Achtung, das folgende Video ist nicht geeignet für Zuschauer, die keine dicken Männer mögen): https://www.youtube.com/watch?v=zxWnnE3PzrE Auf die Haltung der Hände achten!
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 12.08.2017, 17:29

Beim Schach bin ich punktemäßig rauf ... und dann wieder abgestürzt. Die Saison ist seit gestern ausgewertet. Lag auch an der langen Erkältungszeit im Frühjahr, wann ich total verschnupft einfach abgurkte.  :cry: Ich hab kein Bock mehr auf Spiele, wo man verlieren kann. Ich will Sieger sein. Immer und überall. Dieses Wochenende aufgrund des schlechten Wetters eher Literaturstudium: ein Western, hähähä. Letztes Wochenende parapsychologische Ortsbegehung eines Spukschloßes. Gespräche mit Anwohnern (!), die aber die Spuk-Sage nicht aus eigenem Erleben bestätigen konnten. Anmerkung meines Assistenten (zum Glück finde ich hin und wieder einen, der bei diesen Expeditionen mitmacht): "Vielleicht gehen die Leute hier so früh zu Bett und bekommen dann nichts mit." Persönlich dachte ich zuerst, dass es sich bei dem Geist um einen italienischen Wanderzwerg handelt. Stichwort Bergbau. Stichwort Zipfelmütze. Während man heute den Kopf gegen die Decke anschlägt, aber mit einem Helm schützt, ging man früher anders vor: man trug eine Zipfelmütze, so dass man die Decke schon früh spürte und den Kontakt Kopf-Stein vermied. Aber die Beschreibungen in meinem Sagenbuch lassen dann doch eher auf einen mittelalterlichen Knecht schließen, der irgendwelchen dummen Schabernack trieb. Solche Typen gibt es hier mehrere. Der Geist sei noch nicht erlöst, weil keiner weiß, was der Geist verbrochen hat und wie man ihn erlösen könnte. Ist natürlich blöd, wenn du als Geist stumm bist. Vielleicht klopfen manche Geister deshalb gegen Wände, als Morsealphabet. Statt Spukerscheinung eine geheimnisvolle Ruine im Wald gefunden. Das Ding ist schon im 15. Jahrhundert plattgemacht  worden. Auf dem Weg dorthin lag eine verträumte Wiese mit Schmetterlingen. Eine sehr ländliche Gegend um ein Tal mit Flüßchen geschmiegt. Auf dem Rückweg war die Idee mit dem "alternativen" Weg dann doch nicht so gut. Gestrüpp und anziehende Nacht zwangen zu einem beunruhigenden Rückzug.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 20.08.2017, 21:03

Nochmals zum Stockkampf. In dem ziemlich coolen Film Blood Money auf youtube kann man so ab der 26. Minute sehen, wie man einen Langstock richtig benutzt. Sehr schön zu sehen: Fortgeschrittene achten darauf, dass sie den Stock nicht in der Mitte fassen, sondern so, dass die Reichweite beim Vorwärtsschlagen groß ist. Andere Techniken, die in der Szene keine Rolle spielen, zielen darauf ab, zu verhindern, dass ein Gegner mit bloßer Hand den Stock greifen kann.  Wenn das passieren würde, also der Gegner packt den Stock, dann wäre die Waffe sofort wertlos, außer man will noch irgendeinen idiotischen Schlangentanz aufführen, um die Waffe wieder zu befreien. Verhindern läßt sich das Packen, indem man den Stock hinten hält oder Stiche nach unten, z. B. gegen die Kniescheibe, ausübt.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 22.08.2017, 20:57

Vor zwei Tagen beabsichtigte irgendwer hier etwas Komisches zu verkaufen. Norbert hat das zum Glück gelöscht. Es hatte nichts mit mir zu tun und war auch kein Joke von mir. Ich will allerdings doch zur Vorsicht mahnen, wenn ihr hier unterwegs seid. In diesem Forum werden etliche Infos vertickert, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Der eine oder andere Geheimdienst benutzt die Mittelalterfassade, um versteckt tätig zu werden. Warum, glaubt ihr, gibt es so viele Zugriffe auf dieses Forum? Wegen ein bißchen Eisenschwingen und pappigem Met? Die meisten Darsteller und das Publikum sind ahnungslos. In den Ritterhelmen sind Peilsender installiert. Harmlose Gegenstände wie zum Beispiel Seife in einem Mittelalterverkaufsstand entpuppen sich als Mikrofone oder Bilderfassungsgeräte. Also ich würde diese Seife nur für die Hände benutzen. Vorhin rief der britische MI6 einen meiner Assistenten an. Ich selbst bin ja nicht zu erreichen. Sie wollten eine ausführlichere Beschreibung der o.g. Stockkampf-Technik.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 27.08.2017, 21:33

Hier mal was von innerhalb des Mittelalters. Heute war ich auf einem Ritterfest bei Ansbach. Mit S-Bahn raus und dann noch 2 km Fußmarsch nach Lichtenau. Die Burg selbst ist eine sehr schöne Renaissance-Anlage mit diesen keulenartigen Turmköpfen, wie man das auch in Nürnberg findet. Da konnte man gut rausschießen. Die Anlage bot Schutz gegen Beschuß mit Sprengfernwaffen (Doppelummauerung) und war für die Abwehr mit Kanonen (Rondelle an der Außenmauer) gerüstet.  

Plusminus? Pingelig bei Nachlaß für Personen mit Behindertenausweis. Und als da eine Pärchen noch recht spät reinwollte, verlangten die den vollen Preis. Hm, macht keinen so guten Eindruck. Lange Schlange am Getränkestand (hätte man größer konzipieren sollen). Es ist halt so: wenn du am Verdursten bist, dann interessieren dich auch die anderen Händler nicht mehr. Da sind dir Schwerter, Heilsteine und Seifen dermaßen schnuppe.

Ritter, das Übliche. Geschicklichkeitsspiele und dann ein bißchen "Ärger". Ich hab mir die Show nicht zu Ende angesehen. Hab ich schon so oft gehen, ödet mich langsam an. Dieser etwas rüpelhaft-hochnäsige Tonfall (während der Darstellung, nicht als Privatpersonen) findet man wohl bei allen Rittertruppen. Dieser Hochmut und diese Angeberei, wenn sie mit ihren Mänteln einherreiten. Besonders sympathisch ist das Mittelalter nicht. Die Württemberger sahen mit ihren gelben Helmen wie Bauarbeiter aus. Sorry, jetzt wird es leider politisch unkorrekt.... wenn zwei der vier Berittenen Kämpfer mit männlichen Adelstiteln angekündigt werden, es sich dabei aber um Frauen handelt.... ja, ich bin ein altes patriarchalisches Arschloch. Aber sorry, für mich ist das halt nicht so, wie ich mir Ritter vorstelle. Dann mit ihren hohen Frauenstimmen. Pater, vergib mir, aber ich mag sowas einfach nicht. Dann noch NONSTOP in Dauerschleife dramatische Elektrogitarrenriffs vom Tonband ... auch das ist etwas, dass meines Erachtens  nicht zu einem Ritterturnier passt. Meine Güte, man muss doch nicht alles, was im Leben passiert, mit (auch noch der falschen) Musik untermalen. Das ganze Leben ein Musical? Früher im Zirkus wurde es an den spannenden Stellen ganz still. Aber vielleicht bin ich auch da zu sehr Opa. Wenn ich irgendwelche Leute auf der Straße mit ihren Kopfhörern sehe, würde ich denen das Ding am liebsten vom Kopf reißen und in ihren Arsch stopfen. Sodass die Drähte wie fadenförmige Würmer aus ihrer Rossette baumeln. Mach ich natürlich nicht, ist verboten. Aber ich stelle es mir vor.

Wirklich gut fand ich den Spirit. Wenn die Ritter "gewonnen" haben, dann haben sie Freude so dargestellt, dass es mitgerissen hat. Von der emotion war das nicht so steif, wie ich das manchmal bei anderen Rittertruppen sehe.  Ich konnte mir gut vorstellen, dass genau so ein Ritter oder Knappe jubelte. Positiv fand ich auch, dass normale Getränke und nicht dieses alberne Kirschbier ausgeschenkt wurden.

Die Truppe aus dem 30Jährigen Krieg mit Musketenschießen gefiel mir am besten. Die Kostüme, dann noch Dreck im Gesicht, damit die richtig verratzt aussahen, und starke, furchteinflössende, raue Gesellen. Sind mit ihren Marketenderinnen einfach vorbeimarschiert als ob das Publikum gar nicht existiert. Die sahen es nicht als notwendig an, sich vor dem Publikum zu brüsten, so abgebrüht waren die.  Hat mir wirklich gut gefallen.

Highlight: ich durfte mal einen Degen aus dem 30jährigen Krieg ziehen und ausprobieren. War das ein leichtes, gut ausbalanciertes Ding! Nicht zu vergleichen mit diesen schweren Mittelalterschwertern. So ein Degen ist eine feine Waffe.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 28.08.2017, 20:46

Wow, über 50000 Followers. Dankeschön. Wir sollten uns doch langsam mal Gedanken machen, ob wir was an der See oder eher in den Bergen (das Fürstentum Liechtenstein zum Beispiel) erobern. Immerhin sind auch die Grimaldis durch einen Überfall zu ihrem Fürstentum Monaco gekommen. Jaja, das war nur ein Witz (nicht dass da gleich ein Überfallkommando mein Wohnzimmer stürmt).

Ich wollte noch 2 Dinge präzisieren.

Erstens, ich finde, Ritterspiele sollten nicht der Volksbelustigung, sondern der Volkserziehung dienen. In diesem Kontext ist klassische Musik das richtige Mittel. Wenn die Ritter einziehen, ein schöner Georg Friedrich Händel zum Beispiel. Ehrlich gesagt gefällt mir auf Ritterfestspielen das Publikum meist noch weniger als die Ritterschaft.

Zweitens, ich wollte durch meine obigen Äußerungen keinesfalls frauenfeindlich wirken. Es ist halt nur so, dass weibliche Ritter nach dem landläufigen Durchschnitt im Mittelalter eher unterrepräsentiert waren, weshalb solche Darstellungen die Authentizität entstellen. Ich meine, Frauen können durch moderne Darstellungen nicht die Vergangenheit verändern. Der Zug ist abgefahren. Was passiert ist, ist passiert. Aber es steht Frauen immerhin frei, heute im Jahre 2017 Männerdomänen zu besetzen. Zum Beispiel als Schlagzeugerin https://www.youtube.com/watch?v=_SEo4fMk9uk


Heilige Maria von San Fernando - die da ist noch besser  :shock: https://www.youtube.com/watch?v=C00BpiE52mM
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 07.09.2017, 19:07

Hier ist gerade Sendepause. Ich hatte letztes Wochenende eigentlich die volle challenge vor. Aber dann kaufte ich eine Großpackung Geflügel beim Billig-Discounter und war nach Verspeisung derselbigen vernichtet. Heute hab ich mich das erste Mal wieder getraut, was zu essen. Was blieb mir anderes übrig als die lange Zeit des Darniederliegens mit erneutem Literaturstudium zu füllen. Natürlich kann ich hier nicht das gesamte Buch vorlesen. Es handelt übrigens von Indianer. Aber wieder einmal hilft youtube, einen Einblick in das Thema zu vermitteln: https://www.youtube.com/watch?v=SraaOCwRnbA
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 11.09.2017, 13:13

Natürlich ist das Video zu den Indianern Unsinn. Viele Stämme waren sesshaft, lebten in Dörfern (Hütten, keine Zelte), bauten Gemüse an und rannten durchaus nicht mit Federn herum. Die "Cherokee people", die in dem Lied besungen werden, waren eines der ersten Indianervölker, die sich dem westlichen Lebensstil anpassten, westliche Kleidung trugen, Schulen besuchten usw. Genutzt hat ihnen das nichts. Sie wurden auf dem trail of tears über hunderte von Kilometern deportiert - viele starben auf diesem Weg.


Ich war mal wieder unterwegs. Stuttgart. Ihr fragt, was will der mit seinem Stuttgart. Aber ich mußte mir ja auch euer Aachen, Köln usw. angucken. Die Kessellage, die zum Autosmog führt, bietet zugleich eine reizvolle Gegend. Überall kann man hochsteigen und ganz Stuttgart von oben sehen. Nachts ist das schön, die vielen Lichter. Außerdem hat die Stadt etliche Winkel, die sie abwechslungsreich und interessant machen.

Manchmal lerne sogar ich Neues dazu. Am Freitag fand eine geführte nächtliche Waldwanderung zum Thema Geister statt. Mit der Straßenbahn ist man in Stuttgart recht schnell im Wald. Allerdings stellte sich heraus, dass der Spuk, von dem die Wanderführerin erzählte, nicht in dem bewanderten Tal, sondern einem benachbarten Tal stattgefunden haben soll. Ich bin deshalb tags drauf in das "richtige" Tal spaziert. Die Straßenbahn geht Richtung Fernsehturm, Ausstieg "Stelle" und dann zu der Straßenführung links parallel in den Wald (anfangs nicht scharf abknicken). Im Wald kommt dann nach vielleicht 300 m links ein Schild, dass der Wanderweg an dieser Abzweigung beschädigt sei ... und genau da geht's links runter, zu der sogenannten "Falschen Klinge". Das sind knapp 500 m Waldschlucht. Total einsam und wild. Unten mündet das in einen Teich. Ich hab mich da nicht gegruselt, sondern einen totalen Frieden gespürt.  

Ich kenne in Stuttgart mehrere Orte, die ich schön finde. Leider waren in Theater und Oper gerade Ferien, denn auch dies macht die Stadt attraktiv. Allerdings fanden gerade die Highlandgames statt -hab ich natürlich besucht. Vom selben Veranstalter wie die Ritterspiele in Ansbach (s.o.). Die Highlandgames waren besser organisiert und nach meinem Geschmack abwechslungsreicher gestaltet als das Mittelalterfest. Das liegt sicherlich nicht an der Epoche, es ist eine Frage der Organisation, ob es z. B. Mitmachspiele gibt, unterschiedliches Musikangebot, Vielfalt der Speisen usw. usw. Möglicherweise macht es so ein Fest interessanter, wenn man mehrere hotspots hat, zwischen denen das Publikum pendelt, anstatt nur einem.

Eine wichtige Information fehlt noch: die Geistergeschichten. In Stuttgart soll sogar einmal Karl der Große gewesen sein auf einer Burg (Weißenburg), die es schon seit dem 14. Jahrhundert nicht mehr gibt. Heute ist dort ein Park mit Ausflugs-Gastronomie. Aber das nur nebenbei. 150 Jahre später soll sich Luitolf, der als Herzog von Schwaben in Stuttgart (Stutengarten) Pferde züchtete, gegen seinen Vater Otto I. erhoben haben. Der Vater kam sogleich und brannte im Zorn alles nieder. Der Sohn wollte die Pferde retten und versteckte sie in der "Falschen Klinge". Da sei ein Unwetter gekommen und habe die Waldschlucht unter Wasser gesetzt, so dass alle ersoffen. Wenn man die enge Schlucht sieht, erscheint einem diese Geschichte gar nicht so unwahrscheinlich. Seitdem würde dort ein guter Geist rumspuken und die Leute vor Unwetter warnen.

Hm. Wie gesagt, gegruselt hat mich das nicht. Und dann dachte ich, ich könnte auch solche Spukwanderungen anbieten. Denn ich kenne eine viel unheimlichere Geschichte, die sich irgendwo in Nordrhein-Westfalen zugetragen haben soll. Es ist die Geschichte vom Ungarischen Bohnengeist. In Ungarn soll ein Ritter von bösen Widersachern verfolgt worden sein. Seine Lage war so aussichtslos, dass er wünschte, sich augenblicklich in eine Stangenbohne zu verwandeln, damit er den Verfolgern entkommen und wenigstens als Pflanze weiterleben konnte. So geschah es denn, und die Ritterbohne trieb eins ums andere Jahr aus. Später gehörte Ungarn bekanntlich zur K-und-K-Monarchie, also Österreich-Ungarn. Ein österreichischer Soldat hatte eines Tages bei einer Patrouille nichts mehr zu essen. Da er Hunger hatte, nahm er seinen Helm ab, füllte Wasser von einem nahe liegenden Bach in seinen Helm und fand -was für ein Glück- einen Bohnenstrauch, woraus er sich aus den reifen Früchten eine Bohnensuppe machte. Als der Soldat die Suppe aus dem Helm gelöffelt hatte, setzte er den Helm nicht wieder auf, sondern ging nach Hause, verließ das Militär und wurde ein gewöhnlicher Bürger. Den noch schmutzigen Helm warf er in eine Kiste, wo der Helm in Vergessenheit geriet. Der Österreicher und seine Nachkommen zogen etliche Male um, bis sie in Nordrhein-Westfalen eine Wohnung fanden und dort die Kiste mit dem Helm achtlos auf den Dachboden warfen. Viele Jahre später kletterte ein neugieriger Mann auf den Dachboden und fand in der Kiste den Helm der österreichischen Armee. Er setzte den Helm auf. Und weil sich in dem Helm noch Überreste der Bohnensuppe befanden - ihr ahnt es schon, es war der in einen Bohnenstrauch verwandelte Ritter - fuhr der Geist des ungarischen Ritters in die Seele des Mannes. Und seitdem glaubt dieser Mann, er sei ein Ritter. Mittlerweile nietete der Mann an den Helm der österreichischen K-und-K-Armee einen Nackenschutz, weil er glaubt, er sei ein Staufer. Und jeder, der dem Behelmten begegnet, glaubt sich sogleich selbst in einen Ritter zu verwandeln. So spukt der Ungarische Bohnengeist noch heute herum. Es wird gemunkelt, jener, der von dem Ungarischen Bohnengeist besessen sei, halte sich bislang hier in diesem Forum auf. *grusel grusel*
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 18.09.2017, 12:20

RICHTIGSTELLUNG
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Wir sind bemüht, nur gut recherchierte Informationen weiterzugeben. Leider ist uns im Beitrag vom 4.11.2016 ein Übersetzungsfehler unterlaufen. Wir behaupteten, in dem Video würden sich JapanerInnen für Currywurst bedanken. Mittlerweile ist das Video mit anders lautenden Untertiteln versehen. https://www.youtube.com/watch?v=M8-vje-bq9c "Surpass our seniors" bedeutet dabei nicht, dass die Japaner ihre Rentner zu uns schicken. Davon haben wir ja selbst genug. Sondern es bedeutet, dass die jungen JapanerInnen es besser machen als die Rentner und uns Nudeln, Schokolade und andere schöne Sachen geben.

Da wir beim Thema RICHTIGSTELLUNG sind, möchten wir auf zwei Serien in youtube hinweisen, die Kampfkünstler als Scharlatane entlarven.

https://www.youtube.com/watch?v=FwbcOd3b0mE Davon gibt es mittlerweile 25 Folgen und unser amerikanischer Freund (s.o.), der den Langstock falsch hält, taucht da auch auf. Überhaupt scheinen die U.S.A. ein Eldorada für Blödsinn zu sein.

Fast noch lustiger ist diese Serie https://www.youtube.com/watch?v=_DpK7Oip9Xw EFO steht übrigens für Empty Force. Anhänger dieses Kampfstiles müssen ihren Gegner überhaupt nicht berühren, sondern zwingen ihn durch reine Willenskraft auf die Matte. Der Stil ist mir sehr sympatisch, denn ich hasse Sport.


Bekanntlich betreiben wir eine eigene Kampfsportschule, welche den kirei kazen lehrt. Wir distanzieren uns von den o.g. Schwindeleien. Überdies möchten wir betonen, dass unsere Sportschule nicht nur Selbstverteidigung und beauty-body-shaping, sondern insbesondere die sittlich-moralische Reife (Weisheit) trainiert. Hierbei sind sowohl Männer als auch insbesondere Frauen gern gesehene Gäste. Schon in der ersten Lektion wird Respekt und Demut vor dem Lehrmeister und seinen Prinzipien gelehrt. Ihr habt jetzt die Möglichkeit, kostenlos an der ersten Übung teilzunehmen. Die Übung heißt "Freude, dem Meister zu dienen"

- Stellt euch vor dem Meister (mir) auf mit dem Blick geradeaus.
- Dreht euch um 180 Grad, so dass ihr dem Meister den Rücken zuwendet.
- Lasst eure Hosen runter.
- Und jetzt BÜCKEN
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 26.09.2017, 22:02

Ich habe eine Vermutung, warum die Römer ihre Kinder bei der Namensgebung durchnummerierten. Wenn ein Kind das Fünfte in der Familie war, dann war es vermutlich noch recht klein und deshalb verletzlich. Wenn der kleine Junge jedoch seinen Namen nannte - Quintus - dann konnte man davon ausgehen, dass er vier Brüder hatte... die alle zur Blutrache befähigt waren. Der kleine Quintus war also sicher, weil alle vor seinen vier Brüdern angst hatten.

Es ist nachts um 11 Uhr, ich bin den ganzen Tag auf den Beinen, und ich kann jetzt noch für die Menschheit einmalige Erkenntnisse gewinnen ... das ist der Unterschied zwischen einem Genie und euch Normalsterblichen.  :P
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 01.10.2017, 21:28

Der heutige Tatort "Goldbach" wird von SPIEGEL und WELT hochgelobt. Die Meinung des SPIEGELS, der Krimi sei plausibel, kann ich nicht nachvollziehen. Die Behauptung eines gesellschaftlichen Auftrags, aufzuzeigen, dass selbst in der badischen Idylle des Schwarzwaldes der "militärisch-industrielle Komplex" das Leben zerstöre, ist an Blödheit nicht zu überbieten.

Noch mal ganz von vorne: es handelt sich beim Tatort um erfundene Geschichten und nicht um eine Doku. Zu glauben, da würde ständig bei der Waffenproduktion eine Kiste verschwinden, die dann einer für Geld verschachert, und man könne einfach mal per Internet ein Sturmgewehr bestellen, das mag sich vielleicht ein Sechsjähriger so vorstellen. In Wirklichkeit kommt das nicht vor. In Wirklichkeit sind Morde auch völlig anders motiviert als wie das beim Tatort aber auch bei anderen Krimis dargestellt wird.

Mich stört, dass der Kritiker eine berechtigte Empörung gegen die Waffenlobby sieht, obwohl diese auf einem Märchen gründet. Das ist genauso dämlich, wie wenn ich zur Ächtung aller älteren Frauen mit einer Warze auf der Nase aufrufen würde, weil sie Hänsel und Gretel gefressen haben.

Die WELT betont eine gelungene Darstellung, wie freundschaftliche Bande (zwischen den beteiligten Familien) zerbrechen. Nun ja, mit irgendwas muss man einen 90-Minuten-Film füllen, wenn man nicht im Jason-Statham-Stil permanente Action liefern will. Allenfalls würde ich die schauspielerische Leistung loben. Das Skript hingegen ist Durchschnitt. Den Stuttgarter Tatort "Stau" fand ich besser, dieser Tatort entlarvte die menschlichen Charaktere glaubwürdiger.
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Re: Eckball

Beitragvon Norbert von Thule » 02.10.2017, 09:06

Am beeindruckendsten:: Die schauspielerische Leistung des Kleiderbündels, dass trotz einer wenig fürsorglichen Mutter nicht auseinandergefallen ist.

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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 15.10.2017, 15:33

Das Gesicht in der Tatort-Szene wirkt betroffen. Der Tatort die Woche drauf, den ich im Hotel sah, war auch nicht besser. Ermittlungen im Porno-Milieu. Wie abgeschmackt.

Ich war unterwegs. :D Starnberger See. Erster Tag noch vom See entfernt. Eine Anhöhe hochgewandert, einen Unterstand gegen den Regen gefunden und einen Frosch gesehen. Zweiter Tag: Treffen mit einem Meister (der hat was für  mich gebaut .... wahnsinn). Dann endlich Starnberger See, passend zu mir auf dem Schickimicki-Ufer. In der Strandkneipe läuft Trance-Techno-Music. Ich guck wie bekifft stundenlang auf den See. Die Wellen im Vordergrund, die Alpenberge im Hintergrund. Der Cuba Libre kostet 10 €. Dritter Tag: Starnberger See. Ich hab den Ort besucht, wo Ludwig II. ins Wasser ging. Bin in der Gegend noch weiter am Ufer rumgewandert. Es war windig. Umrundung zur Roseninsel, die aber wegen stürmischer See nicht angefahren werden konnte. Alles ganz geruhsam, chillig. Dann 3 Tage München.

Von Montag bis gestern (gerade vorhin kam ich wieder nach Hause) archäologisch-historische Erkundungen in Oberschwaben. Montag Gallus-Markt: habe mir einen Hut gekauft.  Dienstag: Bussen, der höchste Berg in der Gegend. Mittwoch: Federsee und Bachritterburg. Donnerstag: Langenenslingen = keltischer Kultplatz im Wald; Freitag Ortswechsel (ist natürlich blöd, wenn der Ort 2 km vom Bahnhof entfernt liegt und man voll bepackt ist). Samstag (gestern): Heuneburg.

Wenn ihr mal wieder in Ulm-Wiblingen seid, hängt doch einfach noch zwei Tage dran. Etwa 50 km südwestlich ist die Region Oberschwaben, ein Gebiet zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb. Eigentlich müßtet ihr erst Richtung Westen bleiben, denn Blaubeuren ist touristisch auch sehr interessant (Kloster und einen berühmten Quelltopf, der zu einem Unterwasser-Höhlen-System führt).

Für meine Tour war Riedlingen ein guter Ausgangspunkt, alle Ziele sind im Radius von 15 km gut zu erreichen. Bei der Bachritterburg wurde eine Holzburg des niedrigen Adels im 13. Jahrhundert rekonstruiert. Der Federsee eine Ortschaft weiter ist nur über einen 1,4, km langen Steg zu erreichen. Drumherum ist alles versumpft. Was die Heuneburg betrifft, nöhlte Norbert mal rum, sowas könne er auch am Glauberg sehen. Kann er nicht. Und zwar, weil bei der Heuneburg die Landschaft und Aussicht einfach nur fantastisch ist. Ohne Auto ist es aber schwierig, dorthin zu kommen (ich habe mich von der Reinemachefrau des Hotels dorthin fahren lassen). Die Heuneburg ist die älteste Stadt Deutschlands, vermutlich das "Pyrene", das der griechische Geschichtsschreiber Herodot bereits im 5. Jahrhundert vor Christus benannte. Also deutlich vor der Römerzeit. Auch  früher als Glauberg oder Hochdorf bei Ludwigsburg. Man könnte sagen, bei der Heuneburg sind die Kelten erfunden worden, und alles was später kam, von Asterix und Obelix bis hin zu britisch-keltischen Jammersongs, hat dort seinen Ausgangspunkt. Tja, da seid ihr platt. im Schwäbischen wurde nicht nur das Auto, sondern sogar eine jahrtausendealte Pop-Kultur entwickelt.

In der Umgebung sind noch weitere Anhöhen, die aber fast alle archäologisch noch nicht nach Kelten untersucht wurden. Grund ist, dass sich an diesen Orten Material aus späteren Zeiten , z.B. auf dem Bussen vom Mittelalter, befindet und sich die Archäologen bislang scheuten, diese Schichten abzutragen und zu gucken, was drunter ist. Es wäre also durchaus denkbar, dass man in der Gegend noch eine weitere Sensation, ein schwäbisches Machu Picchu findet. Alle paar Jahre kaufe ich mir eine Historien-Zeitschrift, und da stand etwas vom Gewann "Alte Burg". Ich bin da mal hin. Die Busfahrt in einem Bus voll Schüler war ziemlich erheiternd. Ein kleines Mädchen verkündete Lautstark "I woiß wohl de Onderschied vo Sage ond Schwätze" (Ich kenne den Unterschied zwischen einer Tatsachenbehauptung und Getratsche). Gleich danach blaffte dieselbe Dame eine Mitschülerin an, dass sie wahrscheinlich zu blöd sei um verstanden zu haben, was der Englischlehrer heute erzählt hat. Tja, die Dorfjugend eben. Direkt und herzerfrischend. Auf dem Berg mit dem Gewann "Alte Burg" war ich dann menschenseelen-allein, und ich musste doch stark an die Exkursion mit Norbert zur Westhexe in Eschweiler denken. Man sieht auf dem Gewann immerhin, dass es Wall-Anlagen und mehrere Terrassen gibt. Es liegen Planen rum und ein kleiner Bagger sah ich auch. Es ist aber alles wieder mit Erde zugeschüttet, so dass es nicht besonders spektakulär erscheint. In dem Trick-Film auf der Heuneburg sieht das aber doch viel dramatischer aus. Die Terrassen sind Mauerwerk, die Wälle schnitten einen 300 m langen Versammlungsort ab, von dem bislang keiner weiß, was da stattgefunden hat. In einem Schacht habe man Skelette gefunden. Gruselgrusel. Auf der Heuneburg selbst wurden auch Skelette gefunden, nach Fundlage Opfer einer kriegerischen Auseinandersetzung. Die Heuneburg zeigt neben wiederaufgebautem Wehrgang und Häusern unglaublich hohe und steile Wall-Anlagen .... und trotzdem wurde auch diese Festung vermutlich eingenommen und das Wall-System in späteren Zeiten im Vorfeld deshalb erweitert. Warum diese Gefahr .... apropos Gefahr... auf einem Fußweg stand das Schild "Durchgang wegen Gefährlichkeit verboten"...aha...  also warum diese Gefahr? Weil die Kelten dort so scheiß reich waren, dass sie ständig befürchten mussten, beraubt zu werden. Der Reichtum kam von der Lage: Handelswege auf der Donau in West-Ost-Richtung sowie als erste Stadt nach den Alpen auch für die Nord-Süd-Achse wichtig; Import von Rohstoffen, die auf der Heuneburg weiter verarbeitet wurden, und Export von Textilien (Weben von Kleidung).

Auch wenn es weh tut: die Entwicklung der Menschen vor 5000 Jahren (Federseee-Museum), zu den Kelten und schließlich zu den Rittern im 13. Jahrhundert (wenn man sich diesen Holz-Burgturm anschaut) erscheint nicht besonders groß. Bereits die Kelten waren handwerklich total fit. Die Wohnräume aber ... in allen Epochen recht spartanisch. Hm obwohl... was brauchen wir heute zum Wohnen? Bett, Schrank, Tisch ... seit Jahrtausenden die gleiche Ausstattung. Nur der Fernseher oder Computer ist dazugekommen .. um idiotische Tatort-Krimis zu gucken.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 15.10.2017, 21:14

Der aktuelle Tatort "Der rote Schatten" fing langweilig und klischeehaft an. Die Staatsanwältin nackt. Muss ja jetzt in jedem Krimi vorkommen.

Dann irgendein fiktionales Wirrwarr hinsichtlich der RAF-

Gerade vor wenigen Minuten sehr viel Material aus der damaligen Tagesschau. Ich frage mich, ob das vom copyright her erlaubt ist. Ebenso frage ich mich, ob es nicht würdelos ist, Darstellung von Aufnahmen echter Menschen für einen Spielfilm so marktschreierisch zu nutzen.

Was ich ganz und gar nicht verstehe: die ARD vertritt die These, der Staat habe Mord an Strafgefangenen begünstigt. Zum einen ist das widerlegt. Zum anderen vertritt das öffentlich-rechtliche Fernsehen damit Positionen, die eigentlich in die Nähe von Verfassungsfeindlichkeit stehen. Denn aus meiner Sicht wird der deutsche Staat und seine Organe diffamiert. Und für sowas wird der Bürger gezwungen, Gebühren zu bezahlen ... der Tatort ist neben Sportereignissen die teuerste Produktion des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

Wenn solche Enttabuisierungen möglich sind, dann kann man davon ausgehen, dass auch die braune Vergangenheit irgendwann in den Medien wieder gesellschaftsfähig sein wird.

Ich habe bei diesem Tatort kein gutes Gefühl. Wird die Geschichte zum Entertainment mißbraucht? Oder wird das Entertainment dazu mißbraucht, um unterschwellig Botschaften zu vermitteln, die eigentlich nicht gesellschaftsfähig sind? Ist die RAF auf einmal Opfer statt Täter???

Mich stört nicht nur die Provokation, sondern vor allem das Unreflektierte daran. Provokation um der Provokation willen, ohne sich im Klaren zu sein, was da behauptet wird? Gerade ist der Tatort zu Ende gegangen. Man müßte die Tatort-Autoren bei der Staatsanwaltschaft vorladen und fragen, was das eigentlich soll, ein Millionenpublikum mit solch einem m. E. Mist zu belästigen. Und wie die ARD dem Publikum, das so etwas nicht sehen will, ihre Gebühren zurückerstattet.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 23.10.2017, 07:54

Komme aus dem Urlaub nach dem Urlaub. Mit dem Schachverein im Bayrischen Wald.

Diesmal keine Tatort-Kritik. Nachdem SPIEGEL online etwas von Psychologie von Karrieristen faselte und 7 Punkte verteilte, ging ich davon aus, dass es schwachsinniger Krampf sein würde. Habe ich mir also gar nicht erst angeguckt.

Spannende Zeiten. Die bundesdeutsche Regierung wird aus Parteien gebildet, die vom Bürger mehrheitlich gar nicht gewählt wurden. So etwas führt Demokratie ad absurdum: derjenige mit besonders wenigen Stimmen regiert. Die AfD demontiert sich selbst, die  "Alternative" ist also gar keine. DIe Möchtegern-Regierungsparteien wollen 100 Mrd. Euro verplempern, obwohl sie nur 30 Mrd. haben. Usw. usw.

Deutschland steuert auf Verhältnisse wie in der Weimarer Republik zu. Uns fliegt das Land um die Ohren. Nö, das ist jetzt kein Montrose-Scherz. Das ist eine realistische Prognose. Die Politiker machen es mittlerweile wie die Manager. Da sie wissen, dass das Unternehmen bald den Bach runter geht, beeilen sie sich um so mehr, irgendeinen Quatsch durchzusetzen und für sich Geld und zukünftige Ämter abzuzocken. Niemand im Parlament haftet für seine Entscheidungen, niemand dort trägt echte Verantwortung. Faktisch ist Deutschland längst eine Anarchie. Wenn man Steuern und Abgaben des einfachen Bürgers anschaut, kann man auch von einer sozialistischen Anarchie sprechen. Der Bürger ist entmündigt und Zahlmeister für die Politikspielchen einer klitzekleinen Minderheit. Das Parlament dient nicht mehr dem Volk, sondern nur noch sich selbst.  

Was ich mich frage: was passiert eigentlich, wenn das Parteien-System nicht mehr in der Lage ist, eine vernünftige Regierung zu stellen? Sieht die bundesdeutsche Verfassung dann einen Plan B vor? Notstandsgesetze oder Basis-Demokratie? Wofür ich auf jeden Fall plädiere, häufigere Wahlen, damit der Bürger in einer beschleunigten Welt früher Fehlentwicklungen stoppen kann. Was passiert, wenn sich das Politsystem, das mehrere Jahrzehnte lang nach dem Zweiten Weltkrieg funktionierte, sich als nicht zukunftstauglich herausstellt. Ich vermute, da war gleich zu Beginn ein Systemfehler drin ... aber weil frühere Politikergenerationen sehr besonnen waren, fiel das nicht weiter ins Gewicht. Was aber, wenn durch alle Parteien hinweg eine Politiker-Generation von Spinnern auftaucht, von sozialromantischen Märchentanten bis hin zu rechtsradikalen Hooligans (in meinem Augen sind alle Parteien von links bis rechts kaputt) - was dann?

Eins ist klar: die Minister sind für ihr Amt keine Experten. Wenn man KFZ-Mechaniker werden will, braucht man dafür eine mehrjährige Lehre und hat dann das entsprechende Fachwissen. In der Politik wird das Image bzw. der gute Willen verkauft ohne dass jemand die Frage stellt: kann der das überhaupt? Warum zum Beispiel sollte Ursula von der Leyen eine Ahnung vom Militär gehabt haben? Oder Dobrindt von Straßen? Über die Politikerinnen und Politiker der FDP und Grünen möchte ich gar nicht erst reden. Göring-Eckart hat sich Berufsausbildung und Studium gleich ganz gespart und lebte ausschließlich als Politikerin. Jeder Bürger muss erst etwas lernen, Prüfungen absolvieren, Kurse belegen ... aber in den höchsten Ämtern kann jeder nach Belieben schalten und walten. Je wichtiger das Amt, desto weniger Kenntnisse werden vorausgesetzt. Ist so eine Staatsform wirklich zweckmäßig? Wir haben eine moralinsaure Betroffenheitskultur ("Der da ist böse"), wie man sie eigentlich eher von Hexenjagden kennt, anstatt eine Kultur des vernünftigen Abwägens. So etwas kann auf Dauer nicht gut gehen.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 23.10.2017, 19:52

Zum Glück besteht die Welt nicht nur aus selbstgerechten Blablas. In Belarus, das ist Weißrußland, fand 2017 ein Tribal-Festival statt. Im Internet sind dazu mehrere clips zu sehen. Am besten gefällt mir die Olga Meos. Sie stammt aus Kasachstan, ist professionelle Tänzerin und Tanzlehrerin. 2017 war sie auch in Hannover. Ich sollte sorgfältiger auf die Veranstaltungskalender schauen. Denn vielleicht kann man das auch mal live erleben. Hier das Video mit Olga Meos:
https://www.youtube.com/watch?v=TUGinrX_sDI
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 29.10.2017, 14:55

Heute Nacht bis halb eins Shogun geguckt und dennoch im Schach gewonnen. Der Gegner lief in eine Eröffnung, in der ich mich gut auskannte.

Shogun ist ein Vierteiler, ursprünglich aus dem Jahre 1980, guck ich wiederholt auf youtube, Englische Fassung. Diese Serie löste damals eine totale Japan-Begeisterung aus. Auch die Erotik, denn die Japanerinnen in dem Film waren immer total unterwürfig und unsäglich dankbar, wenn sie nicht geköpft wurden. Super-niedlich, wenn die japanische Dolmetscherin zum tausendsten mal sagt "My master says..."

Später kam dann die Ritter-Welle. Irgendjemand sagte "Moment mal! Hatten wir nicht auch mittelalterliche Krieger. Da brauchen wir die Samurai doch gar nicht mehr."
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 29.10.2017, 21:07

Gerade läuft wieder der TATORT. Titel: Fürchte dich. Enttäuschend: dieses Mal keine nackte Staatsanwältin. Die Handlung kann man vergessen. Aber alle paar Minuten kommt eine schöne Landschaftsaufnahme. Frankfurt bei Nacht? Nicht schlecht. Ton abschalten und genießen. Zwischendrin dann irgendein Quatsch. Es spukt. Die Enkelin mag den Opa. Und es gibt ein Geheimnis (weiß jetzt schon, wie das Ding ausgeht, so offensichtlich ist das). Aaaah, gerade habe ich das Gespenst gesehen.  :D

Ich schreib parallel meinen eigenen Tatort-Krimi. Titel: Das Handy im Wald. Also mein Kommissar heißt Alfons Schnäpperle und kommt aus Balingen. Der Kommissar war in den Ferien in Hamburg. Dort ging er zu einer Domina, die mit der organisierten Kriminalität zusammenarbeitet. Während die Domina den Kommissar auspeitscht, fällt diesem sein Polizei-Ausweis aus dem Hemd. Die Domina erkennt ihre Chance, der organisierten Kriminalität einen Gefallen zu tun, um dadurch weniger Schutzgeld bezahlen zu müssen. Sie rammt dem Kommissar ein Handy in den Arsch. Kommissar Alfons Schnäpperle kehrt nichtsahnend nach Balingen zurück. Die Domina verfolgt seinen Aufenthaltsort mit einem Handy-Tracker. Immer, wenn der Kommissar in die Nähe eines Täters kommt, ruft die Domina den Kommissar an. Wenn es in seinem Arsch klingelt, ist der Täter vorgewarnt und kann entwischen. Da der Kommissar somit niemanden mehr verhaftet, wird er suspendiert. Er lebt seitdem in einer Höhle im Wald. Von dort beobachtet der Ex-Kommissar Alfons Schnäpperle die Übergabe illegalen Materials zweier rivalisierender Gangsterbanden. Alfons Schnäpperle tut so als ob er immer noch im Dienst sei. Die Täuschung gelingt. Die Gangster werden verhaftet. Abspann. Ende.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 01.11.2017, 18:56

Nochmals ein Reisetipp für mögliche Ulm-Fahrer. A7 nach Norden gibt es das Städtchen Rothenburg ob der Tauber. Da war ich gestern.

Das ist so ziemlich das Maximum, was man sich als erhaltene Stadt des Mittelalters vorstellen kann. Die gesamte Wehrmauer mit unzähligen Türmen steht noch da. Die Innenstadt alles Fachwerk. Und dann der Blick ins tiefe Taubertal. Die Stadt ist an freien Tagen total überlaufen. Halb Japan ist hier touristisch unterwegs. Die Wirkung dieser Stadt ist unglaublich. Wie in einem Fantasy-Film. Besser als das Heidelberger Schloß.

Aus meinem einsamer gelegenen Urlaubsort (s. o.) hatte ich mir auf der Heuneburg ein Buch gekauft: "15000 Jahre Mord und Totschlag" von Joachim Wahl, erschienen im Theiss-Verlag. Müsste jeder Buchhändler eigentlich finden. Da kann man unter anderem angucken, was ein Schwert aus verschiedenen Jahrhunderten so alles an Knochen und Schädel anrichtet. Die im Buch erwähnte Geschichte vom Abt aus St. Gallen gibt mir weitere Argumente, warum mich das Klosterstadt-Projekt Campus Galli nicht so recht überzeugt. Solche Ansiedlungen waren mit übelster Unterdrückung verbunden und stachelten den Haß der geknechteten Bauern auf. Kirche war noch übler für die Menschen als wir uns das heute vorstellen. Und Luther (gestern Reformationstag!) änderte daran im Prinzip überhaupt nichts. Den Trick von damals praktizieren Politiker heute noch: in unwichtigen Fragen (Erbsünde, Gender-Klo) ewig rum diskutieren, um sich nicht mit den tatsächlichen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Wie in Köln (Schlacht von Worringen) brachte die Kirche auch im Süden die Menschen dazu, sich gegen die Kirche zu bewaffnen. Wer hat gewonnen? Natürlich nicht die Gerechtigkeit -Gerechtigkeit ist nur eine dümmliche Erfindung aus Hollywood. Sondern diejenigen, die besser kämpften.  :wink:
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