Eckball

Was geht außerhalb vom Mittelalter?

Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 11.02.2018, 16:32

In Stuttgarts U-Bahnen prangt die Werbung von Otto Kern - dem einzig Vernünftigen, was Stolberg in letzter Zeit hervorbrachte. Otto Kern stellt Parfüm her. Sollte es mir mal langweilig sein, werde ich mit der Firma ein Parfüm für Ritter kreieren. Meines Erachtens riechen Ritter wie das Gewürz auf einer Pizza.

Kultur-Injektion in Stuttgart. Dem Kinderfasching in Canstatt hätte nichts besseres passieren können als was passierte: die Technik fiel komplett aus. Das hatten sich die Veranstalter ja fein ausgedacht: Musik vom Tonband laufen und die Kinder rumhoppsen lassen. So kriegt man die Zeit auch rum. Aber als die Veranstalter auch noch so taten, als ob die Feier in den Medien veröffentlicht würde, und Sprüche wie "Maz ab" fielen, um nun wirklich als Profis zu gelten, da wurde es dem Karnevalsgott zu viel. Er jagte seinen Zorn durch die Leitungen. Supi. Ich mit meinem Wein und den vielen lecker anzuschauenden MILFs herum, hatte jetzt auch noch Grund zu ein bisschen Schadenfreude. Denn die Macherinnen auf der Bühne mussten von nun an selbst singen. Die Kinder haben den Technik-Ausfall gar nicht gemerkt, die Veranstaltung war gelungen. Zweimal Tanzmariechen und dann einmal echte Musik, mit Pauke, Flöte, Xylophon. Vergleicht man diese wuchtige Marschmusik mit dem Gedudel des Mittelalters, kommt einem letzteres wie ein verkniffener Furz vor.

Seit gestern Abend bin ich depri. Der Kinofilm "Wind River" ist landschaftlich schön, winterlich, aber auch traurig. Ich fand den Film gut, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Freitag stand Richard III. von Shakespeare auf dem Programm. Wie bereits bei einem Blues-Konzert schimpften einige und verließen die Veranstaltung. Das sind übrigens immer die gleichen Typen. Irgendwelche alten Männer mit Hauptschulabschluß, die sich zwar noch in einen Anzug hineinzwängen konnten, ansonsten vom Geschehen intellektuell völlig überfordert sind. Die Doofen gehören einfach nicht in ein Theater oder in ein anspruchsvolleres Konzert. Vor 50 Jahren war das noch klar, Trennung der sozialen Schichten: Abiturienten in die Oper, der Rest zu irgendeiner Schlagerscheiße. Aber heute vermischt sich das. Ich glaube, die Jüngeren, da sie mit ihren Fantasie-Romanen doch mit Dramatik vertraut sind, könnten ein Theaterstück genießen .... wenn sie denn nur wüßten, daß es Theater gibt.

Wie dem auch sei, das Stück war eindrücklich. Eine saubere Überführung vom Jetzt in die Zeit von Richard. Eine fantastische Endzeitkulisse im Stil von Mad Max. Max Tidof als agiler Schurke. Nunja, die Kritik in der Stuttgarter Zeitung fällt eher negativ aus, was ich nicht verstehe. Wie gesagt, manchmal glaube ich, Theaterkritiker erfinden ihre Beurteilungen von zu Hause in der Badewanne plantschend. Die angeblich so trögen Mitspieler fand ich schön arrogant. Die angeblich fehlende "Psychologie" der Charaktere hab ich sehr wohl gesehen, wie auch die Botschaft des Stückes.  

Stuttgart hat sehr viele  Theaterbühnen. Auf Anhieb fielen mir bestimmt 10 ein, in den meisten war ich schon. Manchmal sind das Kleinstbühnen mit Laien, wie das Dreigroschentheater. Und alle sind sie ausverkauft. Denn der Schwabe hat ja bekanntlich Geld wie Heu und weiß oft nicht, wofür er es ausgeben soll.  :D

Meine trübe Stimmung kommt wohl auch daher, daß ich kein Musikkonzert fand (ich meine ernste Musik, nicht dieses Karnevalshumbahumba), obwohl ich darauf echt Lust hatte. Noch heute Morgen bin ich an Kirchen und Museen herumgeirrt ... keine schönen Töne. Wenigstens für März hab ich ein Konzert schon gebucht.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 12.02.2018, 17:00

Apropos verkniffener Furz. Wenn ich weiterübe, kann ich selbst zwei "mittelalterliche" Lieder spielen.  8)
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 13.02.2018, 11:29

Ich hab mir die Kritik zu Richard III. in den Stuttgarter Nachrichten nochmals durchgelesen. Wenn man wie ich selten ins Theater geht, kommt einem zunächst alles gelungen vor. Aber eine gewisse Trögheit verspürte auch ich teilweise in dem Stück. Der Kritiker hat also recht.  Dass die Frau im Korsett die Königin war, hab ich tatsächlich nicht kapiert, denn sie wurde vom Hauptdarsteller einfach an die Wand gespielt. Ein bißchen erinnerte sie mich an die Veranstalterin eines Abi-Balls, deren Namen man doch bald wieder vergißt. Die langen Textpassagen wurden runtergerattert. Da fielen dann ständig irgendwelche englischen Adelsnamen, welche Zeitgenossen des Stücks mit einem Aaah und Oooh belohnt hätten - heute aber in einem deutschen Theaterhaus nichts mehr bedeuten. Vielleicht hätten kleine Pausen innerhalb der langen Sprechrollen dazu beigetragen, der Sache besser zu folgen. Vielleicht hatte der "Hauptschüler im Anzug" mit seiner Verärgerung sogar recht, wenn einem "Bildung" derart doch etwas lieblos hingeschissen wird. Den Eindruck des Kritikers, dass kein emotionales Band aufkam - weder zwischen den Darstellern noch zum Publikum - teile ich. Erst im Nachhinein erkenne ich dies als Mängel. Im Stück glaubte ich, dadurch solle Distanz zum Adel und somit seine Überhöhung realisiert werden. Es war dann tatsächlich eher wie eine History-Doku auf ZDF. Aber was wäre die Alternative gewesen?

Bereits das Drehbuch ist nicht über jede Kritik erhaben. Zwar gilt Richard III. als das beste Königsdrama eine gewissen Wilhelm Schüttelspeer, William Shakespeare. Aber es ist ein recht plumpes Gut-Böse-Schema, das hohe Politik genauso wenig erklärt wie Dallas oder Games of Thrones. Klar, die da oben sind nur durch Bosheit nach oben gekommen und das gaffende Zuschauervolk hat als Trostpreis die bessere Moral. So sind sie gestrickt, die Frauenzeitschriften und Skandälchen der Promi-Presse.  

Laut Wikipedia gilt es unter Historikern als unbewiesen, dass der echte Richard III. alle die ihm im Theaterstück unterstellten Verbrechen tatsächlich begangen hat. Shakespeare übernahm recht unkritisch den Tratsch und machte sich damit eher zum Teil des Mobs als dass er als Aufklärer gewirkt hätte.

Mancher fragt sich wohl, warum ich mitten am Tage mich mit etwas so Unnützen wie Kultur beschäftige. Die Antwort ist einfach. Das, was ihr gerade arbeitet, ist völlig sinnlos. Entweder ihr macht eine Arbeit, die ein Roboter tausendmal besser verrichtet als ihr. Oder aber es ist irgendein Verwaltungsscheiß, wo viele Buchstaben nichts bewirken außer Streß, Streß, Streß. Erst die Kultur macht Menschen zum Teil von etwas Höherem.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 17.02.2018, 13:13

Die deutsche Bundeswehr hat derzeit Personalprobleme. Um die militärischen Soll-Vorgaben dennoch zu erfüllen, erbat die bundesdeutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen jüngst Amtshilfe beim Vatikan. Mit Erfolg https://www.youtube.com/watch?v=UwIGyEJiDSU

Ich hatte letztes Jahr versprochen, hier ein military tutorial anzubieten. Ich hab das Projekt bereits begonnen. Mein Paket ist angekommen. Allerdings bedarf es noch einer gewissen Zeit, um das Material sonderpädagogisch aufzubereiten. Ihr sollt ja nicht nur lesen, sondern auch was lernen dabei. Ich hoffe, dass das Video euch schon ein bißchen heiss auf das Thema macht.  :oops:
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 23.02.2018, 09:24

Ich möchte hiermit darlegen, was ich an den GroKo-Vereinbarungen gut finde. Vorgesehen ist, dass Kinder für die Eltern erst dann haften, wenn sie mehr als 100.000 € verdienen. Wenn Eltern, womöglich beide, ins Pflegeheim müssen (wer die Pflege selbst jahrelang übernimmt, landet oft selbst in der Psychiatrie), dann fallen Kosten an, die höher sind als was die Pflegeversicherung abdeckt. Wenn die Eltern reich sind, kein Problem. Sind sie es aber nicht, dann kann das bedeuten, dass eine Familie auf Existenzminimum lebt, um den Weg der Alten in den Tod zu finanzieren. Sorry, wenn ich das so hart ausdrücke. Aber es ist die Tatsache: wenn ich ein Kind finanziere, wird daraus ein Berufstätiger, eine Mutter oder ein Vater - schlichtweg eine Zukunft. Wenn man das Geld in Alte investiert, da gibt es keine Zukunft. Es kommt der körperliche Zerfall, die Intensivstation und der Tod. Familien in mittlerem Alter sind in einer entsetzlichen Sandwich-Position: sie sollen für ihre Kinder aufkommen und noch die Alten pflegen. An dieser Aufgabe kann frau/mann zerbrechen. Wann haben diese Leute, die alles stemmen müssen, ein eigenes Leben? Wenn die Kinder aus dem Haus und die Alten tot sind, sind sie selbst alt und ihr Leben ist vorbei. Diese Verpflichtungskette führt zu einem permanenten Totenkult, eine Phase eines eigenen Lebens kommt da gar nicht mehr vor. Um diesen Totenkult zu vermeiden, ist es richtig, dass dieses Risiko von der Allgemeinheit getragen wird und nicht von Einzelnen. Sicherlich hat die GroKo dies auch aufgenommen, weil es eine verfassungsrechtliche Problematik gibt. Für behinderte Kinder gibt es meines Wissens diese 100.000 €-Grenze bereits. Welchen Grund sollte es geben, bei alten Behinderten anders zu verfahren?
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 25.02.2018, 15:18

Mit dem Schachverein geht es für die Mannschaft wohl wieder eine Etage abwärts. Die Gegner heute galten als schwächer, haben aber engagiert gekämpft. Ich spielte Remis.

Gestern war ich auf einem wirklich gelungenen Ritter-Fest in der Region. Viele Stände mit hochwertigen Sachen (ich hab mir eine Hirsch-Salami gegönnt), die Reiter-Show mit zerbrechlichen Lanzen und die Pferde mussten durchs Feuer, und etliche hatten einen lebendigen Falken dabei, was ich so auch noch nicht gesehen habe. Dann noch eine Schloßführung, die ich auch sehr gelungen fand. Das war in Kirchberg. http://www.kirchberg-jagst.de/data/ausDemRathaus.php?id=752259. Hier in der eigentlich sehr bäuerlichen Region gibt es etliche Prunk-Schlösser. Das Adels-Geschlecht Hohenlohe (das bis heute existiert) hatte nach dem Mittelalter sehr hohe militärische Ämter bei den Habsburgern inne.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 04.03.2018, 12:23

Mich beschäftigt immer noch die Frage, warum das Theaterstück Richard III. nicht gut war. Vorgestern erzählte mir jemand über eine mißratene Opern-Inszenierung. Er berichtete, die Darsteller seien modern gekleidet gewesen. Und das habe er nicht erwartet. Der Intendant von Richard III. studierte anscheinend zunächst Jura und war später in Aachen tätig. Die Darsteller sind in dieser Inszenierung schmuddelig gekleidet, man erkennt sie nicht als Adelige. Der Intendant wollte - wie anscheinend andere Intendanten auch - dadurch wohl eine Brücke zwischen den Zeiten bauen, das Vergangene gegenwärtig machen, und aber auch das Innere äußerlich sichtbar machen: schmuddeliger Charakter, schmuddelige Kleidung. Aber leider scheitern solche Inszenierungen häufig. Das Publikum wird unterfordert, es hat nichts mehr zu entdecken. Man kann diese Art von Inszenierung geradezu plump und ohne großen Anspruch bezeichnen.

Dass sich früher Führungspersonen durch Mäntel, Wappen, Rüstungen, Kronen vom Volk abgesetzt haben, erlaubt, genau durch solche Requisiten die soziale Positionen dann auch augenfällig darzustellen. Der Zuschauer versteht diese Bilder sofort! Wenn da aber einer schmuddelig daherkommt und man muss erst nach langen Textpassagen erschließen, dass dies jetzt der König sein soll .... dann ist das tröge. Ein Theaterstück soll eine Handlung und eine Botschaft haben, aber es soll nicht furzdoof erklären: Guck mal, ein Adeliger war mal so einer, der heute laut sprechen und einen Manager-Anzug tragen würde. Das ist eine, wenngleich ins Negative gewendete, Effekthascherei. Das Publikum stellt den Bezug zwischen Früher und Heute (Machtmißbrauch, Korruption etc.) auch ohne solche "Verständnishilfen" sehr wohl alleine her. Lange Rede, kurzer Sinn: der Versuch, alte Stücke auf modern zu trimmen, ist oft riesiger Mist.

Diese alten Stücke können zum Nachdenken anregen, wie wir heutzutage hohen Status im Alltag darstellen. Der Sakko des Managers ist eine italienische Bauernbekleidung. Heute gilt understatement. Aliens müssten ganz genau hinschauen, um rauszufinden, wer Chef und wer Untergebener ist. Unsere Codes sind heute  zu subtil. Deshalb müsste man im Theater eigentlich den umgekehrten Weg gehen: anstatt die offensichtlichen Insignien der Vergangenheit in die schwer dechiffrierbare Moderne umzuwandeln, müßte man die Positionen der Moderne durch die offensichtlichen Insignien der Vergangenheit entlarven. Zum Beispiel wäre dann ein Manager nichts weiter als ein selbstherrlicher Graf, der in seiner Burg hockt und sich um keine Gesetze schert (VW-Skandal?). Und der Kaiser, der urteilt, wie es ihm gefällt: oft kriegt der Graf recht, manchmal vielleicht auch einmal der Bauer. Tidelidi Tidelidö.

Die Schauspieler waren durch die langen Textpassagen überfordert. Man muss da langsam und mit Betonungen an der richtigen Stelle sprechen. Ich hatte den Eindruck, die Schauspieler ratterten ihre Textpassagen möglichst schnell runter, ehe sie den Text womöglich vergessen. Daraus ergeben sich recht klischeehafte und lieblose Dialoge. Die Truppe hätte nochmals zwei Monate dransetzen sollen, um die Rollen tiefer zu durchdringen und modulierter wiederzugeben. Hm, und Shakespeare hätte vielleicht nicht so viel labern sollen. Wenn man sich zu sehr in Sprache verliebt, verliert sie ihren Sinn.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 17.03.2018, 11:57

Ich war in verschiedenen Dingen unterwegs und hatte deshalb nicht ganz den Kopf, hier was zu schreiben. In Berlin findet das Schach-Kandidatenturnier statt, das man u.a. im SPIEGEL, auf youtube oder auf chess24 verfolgen kann. An anderer Stelle schrieb ich einen Blödelbeitrag zu den Wikingern. Den Titelsong von Vikings "If I had a heart" hab ich mittlerweile analysiert. Give me more ... ich will, ich will, ich will. Hätte ich ein Herz, würde ich dich lieben. Hätte ich eine Stimme, würde ich singen. Daraus lässt sich schließen, dass die Macher von Vikings die Wikinger für raffgierige, herzlose Kulturbanausen halten. Menschen, die außer ihrer Schönheit nichts zu bieten haben. Dann eine Pipi-Langstrumpf-Einlage: ich hänge die Beine aus dem Fenster und frag mich, ob sie den Boden erreichen. Ist das die Hoffnung auf Wachstum oder der Stolz über langbeinige Waden? Die Sängerin Fever Ray stammt aus Schweden, ist nicht mehr ganz taufrisch und vermittelt in weiteren Songs unhistorische girly desperation. Guck mal, Papi, ich bin ganz schmutzig und spring gleich in den Swimming Pool. Zurück zu Vikings. Was ist die Schlußfolgerung aus dieser Serie? Sollten wir eine Obergrenze für Wikinger einführen, da sie die deutsche Leitkultur unterminieren? Sollten wir mehr Schwedinnen importieren, um den Männerüberschuß infolge einseitiger Immigrationsprozesse zu kompensieren? Sollten wir die Macher von Vikings - Kanadier und Iren - vor den UNO-Gerichtshof zerren, weil sie die Skandinavier rassistisch verunglimpfen? Ach Leute, ich weiß es doch auch nicht.  

Ich hatte ein military tutorial versprochen. Heute können wir mal mit den Grundbegriffen anfangen. Es gibt die self defence. Darüber hatte ich schon geschrieben. 3 Tipps:
(1) Auf der Straße Umfeld beobachten und Distanzen beachten. Wenn an mir eine verdächtige Person vorbeigeht, drehe ich übrigens immer den Kopf und schaue, ob die Person auch wirklich weiterläuft. Sie könnte nämlich stehen bleiben und mich von hinten anfallen.
(2) Beste Waffe ist eine starke Taschenlampe, um den Angreifer zu blenden.
(3) Wenn ihr ein Messer benutzt, immer auf den Stich konzentrieren und sich ein hierfür geeignetes Messer anschaffen. Messerschnitte sind in der Selbstverteidigung unwirksam.

Jetzt gibt es noch zwei weitere Themen, über die ich demnächst ein bißchen was schreiben möchte. Zum einen über die homeland defence und zum anderen über die home defence. Homeland defence bezieht sich auf die Verteidigung des Landes bei Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. Dort würde ich auch die prepper ansiedeln. Davon zu unterscheiden ist die home defence, die Verteidigung der Wohnung, wenn ihr in der Wohnung seid und eine Aktion vor Ankunft der Polizei notwendig ist. Insbesondere bei der Verteidigung gegen Einbrecher sowie für den Nachbarschaftsschutz. Im Gegensatz dazu ist self defence die Verteidigung, wenn ihr unterwegs seid. Bei der home defence habt ihr im Unterschied zur self defence mehr Möglichkeiten, weil ihr in der Wohnung Verteidigungsmittel bunkern könnt, die ihr auf der Straße nicht tragen dürft. Über ein anderes Thema schreibe ich nichts, weil ich davon zu wenig verstehe, obwohl es sehr wichtig ist: der Schutz der Wohnung, wenn ihr unterwegs seid. Zur home defence recherchiere ich gerade und kann deshalb zu diesem Thema demnächst einen sachkundigen Bericht liefern.
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Re: Eckball

Beitragvon Norbert von Thule » 19.03.2018, 14:35

Montrose hat geschrieben:(3) Wenn ihr ein Messer benutzt, immer auf den Stich konzentrieren und sich ein hierfür geeignetes Messer anschaffen.


Dein "military tutorial" ist der Hit:

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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 22.03.2018, 14:43

Hinsichtlich Schnitte ist einer zum Hals möglich, weshalb die Polizei in einem Bundesland auch schnittsichere Schals anschafft, zur Stirn (Blut läuft in die Augen und behindert das Sehen) und es wird behauptet, geübte Kämpfer könnten in sekundenschnelle die Sehnen durchschneiden, was ich aber bezweifle. Wichtig ist auch, was ihr mit der anderen Hand macht. Sofern ihr nicht wie Fechter die Waffenhand weit nach vorne streckt und dadurch den Körper schützt, müßt ihr mit der freien Hand etwaige Konter aufhalten. Deshalb diese Hand in halber Höhe halten.

Mir liegt nicht daran, irgendjemanden zu Unsinn zu animieren. Ich gehe davon aus, dass hier nur sittlich-moralisch gereifte Persönlichkeiten mitlesen. Mein Anliegen ist es, die Veytaler soweit zu schulen, dass sie im Notfall überlebensfähig sind.

Um vom Aggro-Trip ein bisschen runter zu kommen und wieder locker und freundlich zu werden, hilft am besten Musik. Vor der nächsten Lektion Hände und Beine ausschütteln und auf den blauen Text klicken https://www.youtube.com/watch?v=LXDl3fBmFZ8
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 23.03.2018, 15:44

Die hat in dem Videoclip aber eine komische Hose an. Ist das eine Art Keuschheitsgürtel?
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 03.04.2018, 11:16

Ich war unterwegs und lese außerdem gerade eine Johnny-Cash-Biographie. Warum das? Naja, das Buch hat 800 Seiten und kostete bloß 20  €. Wir Schwaben sind nicht so lust-betont wie die Rheinländer, sondern wir gucken auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb die lange Abwesenheit. Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund. Meine Überlegungen zur home-defence gehen nicht ganz auf. Dazu vielleicht nächste Woche mehr.

Allgemein ist es so, dass Bewaffnung eher für Single-Haushalte geeignet ist. In Beziehungen und Familien ist das zu gefährlich. Da sitzt deine Verwandschaft nachts auf dem Klo und du denkst, es sei ein Einbrecher. Alles schon vorgekommen mit schrecklichen Folgen. Man könnte das Problem dadurch lösen, indem jeder ein Paßwort bereithält. Wenn also jemand auf der Toilette sitzt und das familien-interne Passwort "Chakanooga" fehlerfrei ausspricht, ist es kein Einbrecher. Bei Bewaffnung wären auch Partnerübungen angesagt. Wenn nur ein Einbrecher ins Schlafzimmer kommt, aber dort zwei Leute liegen, wären die ja eigentlich in der Übermacht. Aber es gibt oft viele Kommunikationsprobleme, wer jetzt was macht. Die einfachste Variante ist: wenn der Einbrecher ins Schlafzimmer kommt, Bettdecke zurückschlagen, der Frau das Nachthemd runterreißen und diesen kurzen Augenblick, in welchem der Einbrecher total verblüfft ist, nutzen, um über die Terrassentür zu flüchten.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 04.04.2018, 08:05

Hier mal ein link, damit wir wissen, worüber wir reden:
https://www.youtube.com/watch?v=Exve40nNg-M
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 08.04.2018, 21:52

Was die homeland defence betrifft, gibt es eine einfache Regel: laßt es bleiben. Alles ist besser als ein Land, wo sich Feministinnen nach dem Genuß eines Tofu-Schnitzels mit Latzhosen an irgendwelche Bohrtürme ketten. Sarazzin schrieb das Buch "Deutschland schafft sich ab". Ich hab mich immer gefragt: Na und? Ich bezweifle, ob wir hier so leben, wie Menschen tatsächlich leben sollten. Nicht Widerstand, sondern Anpassung ist angesagt. D.h. konkret, ihr solltet immer eine Flasche Wodka und einen falschen Bart im Kühlschrank lagern. Wenn uns der Russe besiegt, dann Nastrovje (Wodka aus dem Kühlschrank holen). Und wenn Deutschland ein Kalifat wird, dann ist der falsche Bart, den man sich ins Gesicht klebt, von Vorteil. Auch für Frauen! Wenn die mal keine Lust haben, mit der Burka raus zu gehen, kleben die sich einfach den falschen Bart ins Gesicht und spazieren als Männer umher. Mit der Burka kann man übrigens etwas Lustiges machen, was ich das "Hütchenspiel" nenne. Ihr schickt eure Frau oder Freundin mit der Burka auf den Markt ... nein, das heißt dann Bazar. Also, ihr schickt sie auf den Bazar, dreht euch um, zählt bis hundert ...und versucht sie dann unter den vielen anderen Burka-Trägerinnen wiederzufinden. Vielleicht nehmt ihr ja durch Verwechslung was Besseres mit nach Hause. Ich hab kein Problem damit, wenn es statt Schweinefleisch Lammbraten gibt. Mit dem Alkohol müßte man allerdings nachverhandeln. Im folgenden ein link, der zeigt, dass Frauen, sofern sie sich selbst sein dürfen, statt mürrisch und zickig total relaxed und happy sein können. Wie schon gesagt, ich glaube wir machen in Deutschland echt was falsch - die Leute sind nicht glücklich. Man sollte einen Wieder-Befrauungs-Tag einführen. 9. April jedes Jahres ist Wieder-Befrauungs-Tag. https://www.youtube.com/watch?v=TBAj4nbdLEU
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 14.04.2018, 14:31

Ich chill gerade beim Rumsurfen ein bißchen ab. Da zeigt ein Mönch, wie man mit Tai Chi einen Angriff abwehrt. Sieht toll aus, ist aber Unsinn. Warum? Die Distanz zwischen Angreifer und Mönch ist viel zu groß. Aus so einer Entfernung würde niemand einen Schlag starten. Der Angreifer würde auch dann keinen Schaden anrichten, wenn der Tai Chi Mönch gar nichts machen würde. Film-technisch sieht das aber cool aus. Dadurch, daß der Angreifer die weite Distanz überwinden muß, meint man, er würde besonders schnell und energisch attackieren. Tja, lieber Shaolin-Mönch, deine Tricks mögen andere beeindrucken. Aber Master Montrose durchschaut dich.

Home defence! Angeregt durch einen video-clip bekam ich Zweifel, ob mein Samurai-Schwert, das ich immer unterm Bett liegen habe, zur Abwehr von Eindringlingen geeignet ist. Da behauptete einer, daß Hiebschwerter für die home defence ungeeignet seien, weil man bei der Ausholbewegung an Wänden und Möbel hängen bliebe.

Mittlerweile erachte ich diese Behauptung als Unfug. Also bleibt bei euren Samurai- oder Mittelalter-Schwertern. Sie sind gut und brauchbar. Eine zeitlang glaubte aber auch ich, daß Stichwaffen besser seien und begann zu recherchieren. Es gibt das sogenannte "kurze Schwert". Das ist ein verkürzter Degen, Kostenpunkt um die 300 €. Eine Verkürzung erschien mir sinnvoller, weil man die Waffe zurückziehen kann und damit verhindert, daß der Gegner die Waffe festhält oder umgeht. Ich habe da immer noch dieses Rob-Roy-Trauma, wo dieser Schottische Stinke-Held diesen edlen englischen Fechter durch einen saudoofen Loser-Trick überrumpelte.

Ein kurzes Schwert ist 100% Stichwaffe, vom Gewicht her sehr leicht. Damit schnell und auch von schwächeren Personen effektiv einsetzbar. Anschleifen der Kanten bringt nichts, weil die versteifte Bauweise dieser Stoßwaffe zu einem stumpfen Grad führt, der ein scharfes Anschleifen nicht zuläßt.

Das eigentliche Problem ist nicht das Schwert, das man benutzt. Das eigentliche Problem sind die Umstände. Zunächst einmal, wie ich neulich mit jemanden anderen besprach, das Moralische. Wäre man wirklich in der Lage, jemand anderen zu verletzen? Dann aber auch, wo lagere ich das Schwert und wie ziehe ich es. Je nach Schlafposition ist es mehr oder weniger umständlich. Wenn der Angreifer nur noch 3 Meter vom Bett weg ist, puuh, da gehört viel Glück dazu, noch etwas auszurichten.

Hört man den Eindringling früher, hat man bessere Chancen. Am besten die drei Wälle: (1) Fernwaffe (zu Bogen/Armbrust sage ich auch demnächst mal was), (2) Schwert/Degen für geringe Distanzen und (3) dann im unmittelbaren Kontakt Messer.

Natürlich ist das alles hier Satire, erfundenes Witzgelaber, und soll keineswegs irgendjemanden zu einer Gewalttat anstacheln.

Homeland defence: Diskussion über prepping. Die folgende Sache ist politisch völlig unkorrekt, aber nun mal realistisch. Wenn du in einem chaotischen System, wo die öffentliche Ordnung zusammengebrochen ist, die Wahl hast zwischen ENTWEDER einem großen Wassertank + Nahrungsmittelvorräte für mehrere Wochen + Zelte ODER einer Waffe.... was ist sinnvoller? Antwort: die Waffe. Denn die Waffe läßt sich leicht transportieren, man ist also beweglich, und man kann damit alles, was man will, von einem anderen Trottel, der die Sachen gehortet hat, wegnehmen. Jemand mit einer Waffe hat Trinkvorräte, Essen, Zelte, Kleidung in unbegrenzter Menge, weil er es nach Belieben von jemandem anderen wegnehmen kann.

Klar, hier ist Rechtsstaat, Gewaltmonopol Polizei. Ist ja alles richtig und gut. Aber wenn es das nicht gäbe, dann sähe alles ganz anders aus. Die Spielregeln wären vollkommen anders als wir das bisher kennen.
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 14.04.2018, 22:02

Also wenn euch ein Shaolin-Mönch angreift, lauft ihr einfach geradewegs auf ihn zu. Als Mitteleuropäer seid ihr größer als er und das Übergewicht am Bauch schützt euren Leib vor Schlägen. Jetzt praktiziert der Shaolin-Mönch die Schlangentechnik und will euch blitzschnell in die Augen stoßen. Pech gehabt, ich trage eine Brille. Der Shaolin-Meister taumelt und torkelt, geht in die Hocke, stretcht seine Beine. Ist mir aber wurst, weil ich gerade in Gedanken bin. Will ich heute Chips mit Paprika- oder mit Goucho-Käse-Geschmack. Die Kampfschreie des Shaolin-Mönches verhallen im Nirwana, denn auf den Ohrenstöpseln läuft Heavy Metal. Schläge und Tritte gegen den Kopf? Wirkungslos. Verdammt, denkt ihr, schon wieder diese dämlichen Kopfschmerzen, die man nach langem Fernsehgucken und zuviel Bier bekommt. Alles wohlbekannt, nichts Neues unter der Sonne. Weiterlaufen. Irgendwann fängt die Erde an zu Beben. Klimakatastrophe oder sowas. Sollten die Grünen doch recht haben? Der Shaolin-Mönch ist gestrauchelt, versucht unter euren Füßen irgendeine Bodentechnik. Deshalb wackelt alles ein bißchen. Einfach weiterlaufen. Der Shaolin-Mönch ist mittlerweile in Tränen ausgebrochen. Ein dicker, unsportlicher, dummer weißer Mann hat ihn nichtsahnend besiegt. Im Kampf muß dein Geist leer sein!
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Re: Eckball

Beitragvon Montrose » 19.04.2018, 21:23

Welcome to Eynefolks. Die folgende Aufnahme ist sehr unscharf, aber musik-historisch interessant. https://www.youtube.com/watch?v=OXT9OR7IYJI Die Frau links dürfte June Carter sein, die (zweite) Frau von Johnny Cash. June spielte oft die dumme Landnuß, bevor dann die Musik einsetzte. Sie haßte diese Rolle. Rechts die Collins kids. Cash war auch in die Sängerin der Kids verknallt, als diese noch 15 war. Interessant der Tanzstil des Jungen ... zeitgleich oder sogar früher als Elvis Presley. 1956. Cash, Presley und Dylan (der neulich den Nobelpreis bekam) traten teilweise gemeinsam auf, waren aber jeweils sowas wie "Gründungsväter" von modernem Country (Cash), Rock (Elvis) und Folk (Dylan). Wobei jeder Stil seine Vorläufer hatte. Die drei Herren waren als Sänger die Stars. Im Instrumentalspiel geht die Traditionslinie: Merle Travis, Chet Atkins bis heute Tommy Emmanuel. Cash und Elvis waren totale Schürzenjäger, als Privatpersonen zweifelhaft. Cash schlug regelmäßig Türen und Hotelzimmer kurz und klein. Elvis legte in der Nacht bis zu 9 weibliche Fans flach. Aber als Darsteller waren sie fantastisch. Ich frag mich, warum die Leute Tratsch-Zeitschriften lesen. Denn die ganzen Enthüllungen schmälern die künstlerische Leistung nicht. Cash mag ein Schwindler gewesen sein ... aber ein begnadeter, was ihm niemand so schnell nachmacht.
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