Ritterfest 09./10./11.08.19 Schloss Rheydt

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Norbert von Thule
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Re: Ritterfest 09./10./11.08.19 Schloss Rheydt

Beitrag von Norbert von Thule » 12.06.2019, 13:55

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Norbert von Thule
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Re: Ritterfest 09./10./11.08.19 Schloss Rheydt

Beitrag von Norbert von Thule » 30.06.2019, 16:45

Impression Group (dt.: Beeindruckende Gruppe)

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Norbert von Thule
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Re: Ritterfest 09./10./11.08.19 Schloss Rheydt

Beitrag von Norbert von Thule » 26.02.2020, 15:53

Rheinische Post vom 09.08.19
Friedhelm Ruf hat geschrieben:
Ritterfest am Schloss : Die Wochenendkrieger erobern Rheydt

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Zeitreise ins Mittelalter beim Ritterfest auf Schloss Rheydt. (Foto: Jana Bauch)

Mönchengladbach Zurück ins Mittelalter: Beim Ritterfest auf Schloss Rheydt pflegen Gaukler und Ritter ihr Hobby. Doch für manche Händler und Reiter ist es der Hauptberuf.

Eckard zu Gangelt ist Elektriker bei der Bahn, Ordensritter Sebastian von Lintlar arbeitet als Süßwarentechniker, und Graf Goswin von Lieck liebt als Programmierer Computer. Die hohen Herren sind an diesem Wochenende zu den Ritterspielen nach Rheydt gekommen. Natürlich heißen sie anders: Hinter dem Herrn zu Gangelt steht Thorsten Zeise, der Ritter von Lintlar wurde als Sebastian Redder geboren, Graf Goswins Name ist Carsten Krüger. Sie sind Wochenendkrieger, gehören einer Gruppe an, die sich ein paarmal im Jahr trifft, um Mittelalter zu leben. „Seit neun Jahren kommen wir zum Ritterfest nach Rheydt“, sagt Zeise. Er hat sich von seiner Heimat Übach-Palenberg aus auf den Weg gemacht, im Gepäck Zelte, Tische und Stühle, Kochgeschirr und Kostüme, die so nicht genannt werden dürfen, sondern Gewandungen heißen, mittelalterlich eben.
Wenn Thorsten Heise als Eckard zu Gangelt unterwegs ist, begleitet ihn seine Tochter Elena als Knappe. „Inzwischen bin ich Junker, das ist eine Stufe höher“, sagt Elena, die bald ihr Abitur machen will. Der Kfz-Meister Thomas Bäumer und die Hausfrau Silvia Bellgardt sind als Bauer und Bäuerin dabei. „Wir haben viel über damals gelesen“, sagt Silvia. „Wir machen drei- bis viermal im Jahr bei solchen Festen mit“, berichtet Thorsten Zeise. „Das ist eine Leidenschaft.“ Der einzige Lohn: leuchtende Kinderaugen und Feuerholz. „Das stellen wir allen Gruppen zur Verfügung“, sagt Ritterfest-Organisator Peter Schlipköter von der Marketinggesellschaft der Stadt. Denn Holz wird gebraucht. „Wir kochen auf offenem Feuer“, sagt Bauer Bäumer. Heute gibt es Gulasch, natürlich nach altem Rezept ohne Geschmacksverstärker.

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Thorsten Zeise (2. von rechts) als Ritter Eckart zu Gangelt und seine Gruppe stellen ein Heerlager beim Ritterfest dar. (Foto: Jana Bauch)

Was aber fasziniert die Wochenendkrieger am Mittelalter? Natürlich ist es das Erlebnis einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich ihr Hobby etwas kosten lassen, etwa für die Gewandungen. „Vieles nähen wir selbst“, sagt Silvia Bellgardt. Zum Gemeinschaftserlebnis kommt noch etwas hinzu. „Die Epoche hat mich schon immer fasziniert“, sagt der Adlige in der Gruppe, Graf Goswin. Deshalb haben alle Mittelalter-Fans viel darüber recherchiert, besonders über ein nachhaltiges Ereignis, das in der Region gespielt hat. „Wir versuchen Personen darzustellen, die 1288 an der Schlacht von Worringen teilgenommen haben“, sagt Michael Joachim. Der Baumaschinist gehört einem Schwertkampf-Verein an. „Wir trainieren zweimal in der Woche.“ Was er sich angeeignet hat, zeigt er bei Schaukämpfen. „Das Mittelalter ist für uns alle ein Hobby.“
Kein Hobby ist es für Fritz und Alexander Junginger. Vater und Sohn bekommen Gage, denn sie sind die Hauptattraktion bei den Ritterspielen. Sie treten beim Pferdewettkampf gegeneinander an, Fritz als Johann von Waldburg und Alexander als Ritter Elmar von Rheydt. Schon jetzt steht eines fest: „Ich werde beim Lanzenreiten der Verlierer sein“, sagt Fritz Junginger. Denn gewinnen muss natürlich der Ritter von Rheydt. Die Jungingers betreiben Landwirtschaft in der Nähe von Ulm. Zudem haben sie einen Pferdehof mit zwölf Tieren. Sohn Alexander ist Hufschmied. „An den Wochentagen trainieren wir Pferde für Einsätze bei Film und Fernsehen. An den Wochenenden reisen wir zu Mittelalterfesten.“ Ganz ungefährlich ist das Lanzenreiten nicht. „Ich bin schon mehrfach vom Pferd geflogen“, sagt Fritz Junginger.

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Alexander und Fritz Junginger (v.l.) werden heute und morgen als Ritter beim Lanzenstechen gegeneinander antreten. (Foto: Jana Bauch)

Etwas verdienen am Fest will auch Jürgen Steinmeier, der Beerenweine anbietet. „Ich werde überall Steini genannt.“ Und wie macht man Met, Steini? „Mit Honig, Wasser und Hefe, „die sich ja irgendwo festhalten muss, und das machen wir mit etwas Mehl.“ Danach gärt es im Met, der nach acht Monaten ausgeschenkt werden und es wieder heißen kann: „Ein Hoch dem kühlen Trunke!“
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