Mittelaltermarkt 04./05./06.06.22 Burg Katzenstein

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Norbert von Thule
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Re: Mittelaltermarkt 04./05./06.06.22 Burg Katzenstein

Beitrag von Norbert von Thule »

Update:

Ohne die zänkischen Weiber, Ars Floreo, Santyrias, Franz von Schabernack, Lilienritter, die Oettinger Lagergruppe und die Gruppe Grenzwacht.
Dafür neu dabei: die Flochberger Ritter.*

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Norbert von Thule
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Re: Mittelaltermarkt 04./05./06.06.22 Burg Katzenstein

Beitrag von Norbert von Thule »

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Ulrike Schneider hat geschrieben:
Wie man sich auf eine Zeitreise ins Mittelalter begibt und was sich in und auf der Burg Katzenstein über Pfingsten von Samstag, 4., bis Montag, 6. Juni ereignet.


Eintauchen in die Welt des Mittelalters, hautnah einen Schaukampf bei einem Turnier der Ritter erleben, erfahren, was Lagerleben heißt, Händlern begegnen und Waren erstehen – all das bietet die Burg Katzenstein am kommenden Pfingstwochenende von Samstag, 4., bis Montag, 6. Juni.


„Auf der Stauferburg Katzenstein reiht sich über Pfingsten ein Höhepunkt an den anderen“, verspricht Roswitha Walter. Die mittelalterlichen Spektakel sollen die Besucher begeistern. „Drei Tage können die Gäste eine Zeitreise erleben“, sagt die Eigentümerin der historischen Burg aus dem 12. Jahrhundert.


„Die Kaskadeure“ – erfahrene Reiter und Schauspieler, die Stunts beherrschen und die Zeit der Ritterturniere „hervorzaubern“. „Die Kaskadeure, eine Reitergruppe unter Anleitung von Fritz Junginger, präsentieren halsbrecherische Stunts, perfekte Reitkunst und ein einmaliges Gefühl für Dramaturgie“, sagt Roswitha Walter. Ihre Ritterturniere bannen das Publikum und stellen die Geschichte des Mittelalters in Ausschnitten dar.
Doch die Burgherrin macht weiter Lust: auf die Burg bei Nacht. Sie beschreibt die Nachtshow als eine faszinierende und atemberaubende Darstellung der Geschichte von Menschen, Pferd und Feuer. Die malerische Burg Katzenstein biete geradezu einen idealen Rahmen für solche Turniere.


Während des regen Markttreibens werden Schaukämpfe, mittelalterliches Spektakel, Lagerleben und Handwerk vorgeführt.
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Norbert von Thule
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Re: Mittelaltermarkt 04./05./06.06.22 Burg Katzenstein

Beitrag von Norbert von Thule »

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Zugegeben, das Wetter hätte am Pfingstsonntag etwas besser sein können, aber egal, das hat man ja eh nicht in der Hand. Und die Laune und den Spaß am Mittelaltermarkt haben sich die oberste Burgfrau Roswitha Walter und ihr 20-köpfiges Team von dem bisschen Regen, das immer mal wieder vom Himmel fiel, sowieso nicht nehmen lassen. Sie kennen das, „es war schon immer wetterabhängig“, sagt Walter.
Der Grund für Roswitha Walters Zufriedenheit waren wie die mehreren tausend großen und kleinen Besucherinnen und Besucher der Traditionsveranstaltung. „Wir haben noch nie so einen guten Samstag gehabt“, sagte Walter über die rund 2.500, die am ersten Veranstaltungstag den Weg nach Katzenstein gefunden hatten. „Wir haben so viele von den alten Bekannten getroffen, die früher auch schon da waren, die sind alle wiedergekommen“, so Roswitha Walter.

Damit war nicht zwingend zu rechnen, denn aufgrund der Pandemie konnte der Katzensteiner Mittelaltermarkt seit drei Jahren nicht stattfinden. Die Rückmeldungen, die Roswitha Walter dementsprechend von ihren Besucherinnen und Besuchern bekommt, waren alle relativ ähnlich, man freut sich unisono, dass man endlich wieder feiern kann. „Wir haben Corona einigermaßen gut überstanden. Und wir haben gesagt: Die Leute müssen nur einmal Eintritt bezahlen und können dann alle drei Tage kommen“, so Roswitha Walter. Und für die Dischinger war der Eintritt sogar kostenlos.

Ein Ende des Mittelaltermarktes stand nie zur Debatte


Daran gezweifelt, dass es den Katzensteiner Mittelaltermarkt möglicherweise gar nicht mehr geben könnte, hat Roswitha Walter sowieso nicht. „Ich habe es nicht aufgegeben, das war klar.“ Ebenso wenig aufgegeben haben die anderen Protagonisten der jeweiligen Marktattraktionen, seien es nun Reiter, Ritter oder Musikanten. Oder die Handwerker, die auch seit Jahren fester Bestandteil des Ensembles auf Burg Katzenstein sind. „Das ist wirklich die alte Riege, und das finde ich gigantisch“, freute sich Roswitha Walter, „das ist wie eine große Familie.“

Was der Schmied so alles anfertigt

Einer von ihnen ist Jürgen Botschek aus der Nähe von Offenburg. Wenn der hochgewachsene Mann den Hammer schwingt, fliegen die Funken. Botschek hat auf dem Markt eine kleine Schmiede aufgebaut und macht aus einem dicken viereckigen Stück Eisen diverse Tierfiguren, besser gesagt Tierköpfe von Stier, Widder oder Steinbock. Beliebt sind auch Drachen. Hauptberuflich arbeitet Botschek als Montageleiter bei einer Firma, die Hochregallager baut. Seine kleine transportable Schmiede samt Kohlenofen, Gebläse, Amboss und diversen Hämmern und Zangen in allen möglichen Größen und Gewichtsklassen hat er von seinem Vater übernommen.

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Jürgen Botschek schmiedet beim Mittelaltermarkt vor Publikum und lässt gerne die Funken fliegen. (Foto: René Rosin)

Der war Schmied, „ich bin in der Schmiede großgeworden“, so Botschek. Schon sein Vater war regelmäßiger Gast auf diversen Mittelaltermärkten und Sohn Jürgen war als Kind auch mit dabei. „Ich hab es dann weitermachen wollen, einfach weil es Spaß macht“, sagt Botschek. Sich ganz der Kunstschmiede hingeben wie der Vater möchte er nicht, auch aus Angst davor, dass er dann den Spaß an der Sache verlieren würde. Er will damit kein großes Geld verdienen, viel lieber möchte er Kindern das alte Kunsthandwerk zeigen. „Ich finde das Ambiente hier schön“, sagt Botschek. Er hat einmal an einem Markt in Philippsburg teilgenommen, da war die Kulisse ein Atomkraftwerk: „Das zieht dann halt nicht so toll.“

Was machte eigentlich ein Sarwürker im Mittelalter?

Einige Meter entfernt sitzt unter einem Baldachin Rodebert vom Ries und fädelt mit unendlicher Geduld Tausende nur wenige Millimeter große Eisenringe aneinander. Mit bürgerlichem Namen heißt der Sarwürker – so nannte man im Mittelalter den Beruf des Kettenhemdmachers – Robert Wüst und lebt und arbeitet als kaufmännischer Angestellter in Möttingen im Nördlinger Ries.

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Rodebert vom Ries alias Robert Wüst fertigt auf Burg Katzenstein ein Kettenhemd an. (Foto: René Rosin)

Das Kettenhemd, das er in Katzenstein präsentiert, besteht aus 27.000 Eisenringen, von denen er jeden einzelnen selbst hergestellt und verknüpft hat. Insgesamt vier Monate hat er an dem eisernen Leibchen „gestrickt“, das zusammen mit der passenden Hose seinen Ritter mit knapp 25 Kilogramm Zusatzgewicht belastet.

Höhepunkt: das Ritterturnier

Der Katzensteiner Mittelaltermarkt hat sich seit seiner Premiere im Jahr 2006 auch verändert. Höhepunkt ist seit einigen Jahren das Ritterturnier, das 2022 zum vierten Mal stattfand. „Das kommt super an, das bereichert den Markt“, so Roswitha Walter. Das Spektakel aus Ritterkämpfen zu Pferd hat sich zu einem echten Zuschauermagneten entwickelt, die Zuschauerränge unterhalb der Burg waren am Wochenende während der diversen Aufführungen sehr gut besucht. „So voll wie jetzt war es noch nie“, resümiert Roswitha Walter.

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Der Höhepunkt: Das Ritterturnier mit waghalsigen Reitern und Pferden. (Foto: René Rosin)

Neuauflage auf Burg Katzenstein für 2023 schon in Planung

Nach dem Mittelaltermarkt ist vor dem Mittelaltermarkt: Roswitha Walter führt bereits jetzt die Vertragsgespräche für die 16. Auflage des Katzensteiner Kostümspektakels im Jahr 2023 (vorausgesetzt, dass nicht wieder eine Pandemie dazwischen kommt).

Bewährt hat sich der Bus-Shuttle, der von den Veranstaltern zum Transport der Besucherinnen und Besucher zwischen den Pkw-Parkplätzen am Härtsfeldsee und der Burg Katzenstein eingerichtet wurde. 70 Prozent der Gäste des Mittelaltermarktes kommen von weiter her, zum Beispiel aus dem Raum München und Starnberger See, aus dem Großraum Bodensee oder aus Oberschwaben.
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