Eckball

Was geht außerhalb vom Mittelalter?
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Norbert von Thule
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Re: Eckball

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Montrose
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Re: Eckball

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Der Kaiser mag sie auch nicht wirklich, die im Blech und die in Nachthemden rumlaufen. Darum, lange lebe der Kaiser und seine Reichsstädte! Bild


Außerdem kann der Kaiser einen Ritter mit der Reichsacht belegen.
Montrose
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Re: Eckball

Beitrag von Montrose »

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Ich bin wieder da.

Habe mir verschiedenes angeguckt. Gallo-römische Bauten der Spätzeit. Die Burg war keine Erfindung der Ritter. Als immer weniger Römer immer mehr Germanen gegenüberstanden, zogen sich die Römer auf Berge zurück und bauten Mauern mit Zinnen in der Hoffnung, trotz Personalmangel und mit vermehrtem Einsatz von Bogenschützen doch noch zu überleben. Diese Befestigungen nannte man Burgi. Das Wunder blieb bekanntlich aus. Von den Römern sind nur noch ein paar Pizza-Bäcker übriggeblieben. :wink:

Gallo-römisch. Hm, da müsste ich mir erst mal ein Fachbuch besorgen. Falls ihr nach Gerolstein kommt, so ist Lage und Atmosphäre eines gallo-römischen Tempels (1 km südsüdwestlich der Kasselburg - es sind nur noch Fundamente vorhanden) fast schöner als die Burgen. Ich hab dann auch Phantasien entwickelt von gnadenvollen keltischen Göttinnen. Ich verfolge einen anderen Ansatz als Norbert. Norbert inszeniert. Ich hingegen gehe an historische Orte (auch wenn dort nicht mehr viel zu sehen ist) und versuche mich davon verzaubern zu lassen. Es wird hier wohl nicht so viele geben, die es wie ich machen. Norbert kam mir wieder in den Sinn, als in einer tollen Gastwirtschaft und gutem Essen jemand ständig in die Runde hustete ohne die Hand vor den Mund zu halten. So viel zum Thema "Eigenverantwortung". Und dann dachte ich, warum schwafelt Norbert so einen Quatsch von wegen "den Armen helfen". Wenn ich eine Waffe in der Hand habe, dann will ich niemandem helfen, sondern jemanden killen. Man kann doch dazu stehen, dass es zwei Seiten gibt: die barmherzige, wofür früher keltische Göttinnen und danach christliche Priester zuständig sind, und die Schärfe des Schwertes, um nicht von den (ungerechtfertigten) Ansprüchen und "Freiheiten" anderer niedergetrampelt zu werden.

Wie ich bereits oben schrieb, kam mir der Gedanke, dass Nonnen interessant sein könnten. Ich war sehr erstaunt, als ich in einem Kloster etwas kaufte, die Nonne gleich einen Priester antelefonierte, dass er es segne. Der kam tatsächlich und sprach ein Gebet. Ich bin total begeistert und behandle den Gegenstand mit Respekt. Für die Prospekte, die sie mir mitgaben, brauche ich etwas Zeit. Das ist ein bisschen kompliziert für mich. Man muss das nicht unbedingt wie die Nonnen machen, auch wenn ich deren Weg respektiere. In jedem Fall ist das Spirituelle ein innerer Schutz (so wie das Schwert ein äußerer Schutz), um bestehen und frei sein zu können in einer Welt, in der ein anderer - womöglich aus purem Unverstand - die eigenen Möglichkeiten beschädigt. Hier hat jemand den Spruch "Mich hat niemand gefragt ob ich geboren werden möchte deshalb hat mir auch niemand zu sagen wie ich zu leben habe!" in seinen Beiträgen, was sehr zutreffend ist. Ob ein Lebensweg einen Sinn ergibt oder nicht, kann nur "der da oben" entscheiden und nicht die Kleingeistigkeit von Menschen. Und es ist ja auch so, dass im Christentum auch das Unvollkommene in dem Sinne bejaht wird, dass es Ausgangspunkt ist dafür, dass "der da oben" es aufgreift und vollkommen macht.

Das sind die Gedanken. Der Blick auf ein Maar kann auch schön sein.
Montrose
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Re: Eckball

Beitrag von Montrose »

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Nachdem das Corona-Thema gegessen ist, kommen neue Studien daher, die Jugend verzweifle wegen der Klimakatastrophe.
Norbert hätte sich im anderen thread die ganzen Beiträge über die angeblich von Corona geschundene Jugend sparen können .... denn schafft man das eine Problem ab, kommt einfach das nächste.

Und wenn es nicht Klima ist, dann halt was anderes. Offene Schnürsenkel oder Ausfall von zwei Kopfhaaren pro Tag.


Was ist denn eigentlich los? Den Leuten ging es nie so gut wie heute. Es gab nie soviel soziale Sicherung. Noch nie hatten die Jungen mehr Chancen, weil auf allen Bereichen der Nachwuchs fehlt.


Wer hat diese Jugend dermaßen verunsichert? Die Helikopter-Eltern? Die linken Einflüsterer, deren Erwerbsquelle die Panik ist? Wozu schickt die alte Generation die heutige junge Generation in den Wahnsinn, anstatt ihr Hoffnung zu machen?
Montrose
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Re: Eckball

Beitrag von Montrose »

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"Neues" aus Stuttgart, wo ich war.


- Am Bahnhofsgebäude ist ein großer Schriftzug "Brasilien" angebracht ...


- Etliche U-Bahntafeln sind durch interaktive Flächen ausgetauscht, was für Kunden mehr Aufwand bedeutet, an die erwünschten Informationen zu gelangen. Ist wie beim Internet-Auftritt der Deutschen Bahn, wo man zwischen etlichem Gerümpel erst mal die Fahrplanauskunft rausfiltern muss. Dazu ist die Digitalisierung ja schließlich da, um uns noch mehr mit sinnfreier Arbeit zuzumüllen. :D


- Rolltreppen funktionieren nicht ... obwohl die Stuttgarter Zeitungen regelmäßig berichten, dass sie doch funktionierten.


- Bahnhofsneubau .... immer noch überflüssig. Das Geld wäre besser in eine ansprechende Innenstadt-Architektur angelegt gewesen. Einkaufsmeile Königsstraße *gruselgrusel* Aber rappelvoll wie die Adalbertstraße in Aachen. Überhaupt hängen sehr viele Leute in allen Ecken rum. Stuttgart lebt. Kinder reden in der Regel russisch oder serbokroatisch.


- Samstag um 23:00 Uhr kriegst du nirgends mehr was zu trinken. Alle Kneipen-Wirte lassen dich nicht mehr rein, weil es zu spät sei. Wenn ihr also bei einem Stuttgart-Besuch zum Trinken nicht in irgendeine Disco wollt (entweder schwer zu finden oder überlaufen wie McDonalds nahe dem Bahnhof zu dieser Zeit), dann bringt eure Getränke gefälligst selbst mit. Ich weiß, in Aachen, Köln, Düsseldorf ist das anders. Aber die Schwaben haben erst in letzter Zeit angefangen, lustig zu sein, und wissen daher noch nicht, wie man das richtig macht.

- McDonalds Mitte (eine weitere Filiale ) ist dicht. Gibt es nicht mehr. Nur noch Asiaten, die zu dieser Zeit auch keinen mehr reinlassen.

Da waren vor Monaten Schlagzeilen in den Medien über Krawalle in Stuttgart. Wenn die Leute, insbesondere Jüngere, nachts keine Anlaufstelle haben, nichts zu trinken, für den abendlichen Hunger sich in der Schlange an einem Mc einreihen, und dann stehen da Nacht für Nacht Polizisten in Vollmontur rum, die auch nichts anzubieten haben außer rumzustehen .... dann braucht man sich nicht zu wundern, warum so etwas ausgerechnet in Stuttgart passiert.
Irgendwann in der Nacht fühlt sich diese Stadt komisch an. Dann sind die ganzen Papis und Muttis weg, die in den neu erbauten Kaufhäusern shoppen waren. Irgendwann hat es sich ausgeshoppt. Und dann liegt dieses Stuttgart da und denkt sich: wer bin ich eigentlich? Du kommst aus dem Konzert raus. Die fangen schon an, die Klo-Wagen zu schließen. Du kannst noch in einem der Zelte einen Wein trinken. Aber wer will das schon, im Freien, wenn die Nacht auf 11 Grad sinkt, die Temperatur in deinem Kühlschrank. Wo gehen die ganzen Leute hin nach der Oper, nach dem Konzert. Ich vermute, sie steigen in ihre Daimler, fahren nach Hause. Dort ist es warm. Dort steht der Weißwein, man kann noch über die Veranstaltung reden, sich das Make-up wegwischen oder in die dunkelblauen Herren-Pantoffel steigen. Für ein ruhiges Danach ist Stuttgart nicht konzipiert. Mich erinnert die Stadt an alte Lederschuhe, die mal richtig teuer waren, und jetzt langsam zerschlissen sind. Man fragt sich, ob man die Schuhe noch eine Weile anzieht oder einfach wegwirft. Aber eine Stadt kann man nicht wegwerfen.

Die Visionen dieser Stadt sind plump und nichtig. Mit dem Milaneo und Gerber wurden neue Einkaufspaläste gebaut. Aber wir leben doch nicht mehr in den 70gern, als Mutti es als ihre Erfüllung ansah, sich einen Mantel zu kaufen. Damals noch Nerz. Wofür steht das Ganze denn? Und der neue Bahnhof soll Stuttgart zum Mittelpunkt Europas machen .... indem man erst einmal ewig durch finstere Tunnels gefahren ist, und dann aussteigt, und dann diese futuristischen Lichtschächte sieht. Auf den Werbeplakaten für dieses Projekt stehen Menschen zwischen diesen Lichtschächten und zeigen interessiert hierin und dorthin. Sie sehen hipp aus. Auf den Zeichnungen eben, wie sie die Werbezeichner halt so zeichnen. Aber welcher vernünftige Mensch, ja welcher "hippe" Mensch käme auf die alberne Idee, sich zwischen Lichtschächten zu treffen und in der Gegend rum zu zeigen. Da ist nichts, worauf man zeigen könnte. Heraus aus dem Konzert auf dem Schlossplatz, der Klo-Wagen hat schon geschlossen, die Kneipe lässt dich nicht mehr rein, du gehst zum Bahnhof zwischen die Lichtschächte und zeigst mit ausgestrecktem Arm in die Leere. Soll das deine Zukunft sein?


- Vor der Oper ist seit einiger Zeit eine Statue vom letzten württembergischen König Wilhelm mit seinen zwei Hunden aufgestellt. Soweit so gut. Nicht gut ist die erklärende Tafel, das Monument wolle zum Nachdenken anregen, was der Monarch für eine Bedeutung für uns haben könnte. KLARE ANTWORT: keine. Der König gehört zu der Truppe, die sinnlose Kriege anzettelte.

Norbert kann froh sein, dass er nicht meinem Urgroßvater mütterlicherseits begegnet ist. Der soll gesagt haben "Die Groooofe sodd mr älle in aaa Kääääfig spärrre. Ond nooo mid Nooooodle stäche." (Die Grafen sollte man alle in einen Käfig sperren und dann mit Nadeln stechen). Wenn Norbert gesagt hätte: "Ich bin doch nur ein Darsteller und kein richtiger Adeliger.", hätte der Urgroßvater in etwa geantwortet: "Ja du Bachl. Jäääätz hanne d Falsche verwischt."
Montrose
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Re: Eckball

Beitrag von Montrose »

Was auch furchtbar ist: Autoformatierung und Autovervollständigung in Textprogrammen.

Bei der Autoformatierung bist du ewig lange damit beschäftigt, die falschen Absätze zu korrigieren.
Bei der Autovervollständigung kommt dann so ein Quatsch wie "An den Auswärtigen Dienstag" statt "Auswärtigen Dienst" raus.

Die Digitalisierung wird dazu führen, dass die Programme-Ersteller sich sagen "Ach, das ist doch jetzt alles so einfach, nur ein Klick", und sie werden deshalb immer mehr Funktionen und Abfragen einbauen, die man gar nicht braucht. Infolgedessen müssen die Mitarbeiter immer mehr anklicken und ausfüllen. Lesen tut das hinterher sowieso keiner. Auf alle Fälle mehr sinnlose Arbeit.


Je mehr Fortschritt, desto gestresster sind die Leute mit völlig sinnlosen Angelegenheiten. Im Freizeitbereich lässt sich wunderschön beobachten, wie Whatsapp-Gruppen Zeit verschwenden mit tausenden "hi wie gehts". Und dann fotografieren die Leute ein stinknormales Essen in der Gaststätte, um es dann in der Facebook-Gruppe zu posten "guck mal, ich esse gerade ein schnitzel."

Da hilft nur noch mehr Fortschritt. Eine Körperkamera, die alles aufnimmt, vollautomatisch einen Text dazu erstellt und diesen vollautomatisch absendet. Und der Gegenüber hat dann ein Verarbeitungssystem, das die Texte liest und darauf vollautomatisch antwortet. Dann sind die Menschen wieder frei.

Oder gar nicht erst mit diesem Unfug anfangen.

Ansonsten wird ein zunehmend längeres Leben mit zunehmend nichtigeren Inhalten gefüllt.



Mitteilung an die Community: mich juckt es gerade am rücken... aah, ist wieder weg.
Montrose
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Re: Eckball

Beitrag von Montrose »

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Die Anna Schneider aus der WELT-Redaktion schreibt mittlerweile ganz kluge Sachen.

Ich habe diese Österreicherin anfangs stark unter Beschuss genommen. Aber natürlich revidiere ich meine Meinung, wenn es dafür einen guten Grund gibt.
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Re: Eckball

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